Kleines ABC der Paraphilien

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Paraphilien - psychische Störungen mit sexuellem Hintergrund

Sexuelle Vorlieben jenseits der Norm ...

Paraphilie bedeutet sexuelle Abweichung. Das Wort leitet sich von dem griechischen Begriff para für daneben und philia für Liebe oder Leidenschaft ab. Paraphilie wird in so mancher Interpretation auch als Synonym für Perversion verwendet.

Tatsache ist: Die Grenze zwischen Paraphilie und „normaler“ Sexualität ist nicht scharf trennbar und es hängt zudem stark vom jeweiligen Kulturkreis ab, was als abnorm und was (noch) als normal gilt.

Acrotomophilie:

Betroffene werden durch Amputationen bei anderen Menschen erregt. Der Acrotomophile bevorzugt verstümmelte Sexualpartner.

Apotemnophilie:

Betroffene finden am Durchführen der Amputationen selbst Gefallen.

Autassassinophilie:

Der Betroffene wird durch die Planung bzw. Nachahmung seiner eigenen Ermordung durch den Sexualpartner erregt.

Autonepiophilie:

Wird auch Windelfetischismus genannt. Autonepiophile werden durch das Tragen und Verwenden von Windeln erregt.

Chronophilie:

Unter Chronophilie versteht man die Vorliebe für deutlich ältere oder jüngere Liebespartner. Formen der Chronophilie sind zum Beispiel die Pädophilie, die Gerontophilie, die Ephebophilie oder die Infantophilie.

Dendrophilie:

Betroffene werden durch Bäume oder Pflanzen sexuell erregt.

Erotophonie:

Betroffene werden durch obszöne Anrufe bei fremden Personen sexuell stimuliert.

Exhibitionismus:

Betroffene finden Lust daran, ihre Geschlechtsorgane anderen Personen ohne deren Einverständnis zu zeigen. Es handelt sich beim Exhibitionismus meist um ein zwanghaftes Verhalten, das hauptsächlich Männer ausüben. Als stimulierend wird nicht der Akt des Zeigens selbst, sondern die ängstliche oder schockierte Reaktion der Opfer empfunden.

Fetischismus:

Der Fetischist wird nicht durch den Körper des Partners oder den körperlichen Kontakt zu einem Sexualpartner erregt, sondern wird durch dritte Objekte stimuliert. Dies können zum Beispiel Schuhe, Leder oder Unterwäsche sein. Vom Fetischismus sind hauptsächlich Männer betroffen. Fetischismus ist erst dann als Störung zu betrachten, wenn sexuelle Erregung ohne Beteiligung des jeweiligen Gegenstandes nicht mehr möglich ist.

− Partialismus: Partialismus ist eine Form des Fetischismus und bezeichnet die Erregung durch bestimmte Körperteile wie Füße, Arme oder Brüste.

− Nekrophilie: Nekrophile werden durch das Ansehen von und Berühren von Leichen erregt. Die Kriminalgeschichte kennt zahlreiche Fälle von Nekrophilie, wo Betroffene Morde zum Zwecke der Befriedigung am hingerichteten Opfer verübt haben.

Frotteurismus:

Frotteurismus, auch Frottage genannt, beschreibt die sexuelle Erregung durch Körperkontakt. Dies kann durch aneinander Reiben, Anlehnen, Stoßen und alle anderen Formen von Berührung anderer Menschen geschehen. Auch werden Situationen, in denen sich viele Menschen auf engem Raum befinden, für diese Art der Befriedigung ausgenutzt. Vor allem Frauen sind Opfer solcher unerwünschten Annäherungen.

Gerontophilie:

Gerontophile fühlen sich zu Personen hingezogen, die wesentlich älter sind als sie selbst. Die Erregung macht sich an typischen Anzeichen des Alters wie ergrauten Haare oder Gesichtsfalten fest. Oftmals kommt es auch zu sexuellen Übergriffen auf alte Menschen.

Hypoxyphilie:

Die Lust an der Selbststrangulation wird auch Asphyxiophilie genannt. Von einer Million Menschen sterben jährlich zwei – meist Männer – an den Folgen dieser Paraphilie.

Koprophilie:

Koprophile werden durch den Ausscheidungsvorgang, den Anblick oder das Berühren von Kot stimuliert. Koprophile Praktiken sind werden unter anderem mit den Begriffen „Naturkaviar“ oder „Schokolade“ bezeichnet. Im Liebesspiel wird der Kot bisweilen auch auf der Haut des Partners verschmiert. Unter Koprophagie versteht man die Lust am Essen der Exkremente.

Masochismus: Masochismus ist nach dem österreichischen Autor Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) benannt. Masochisten (als Gegenstück zu Sadisten) haben Spaß daran, von ihren Sexualpartnern dominiert und gedemütigt zu werden. Ausdrucksmittel ist in erster Linie die Lust, die man erfährt, wenn einem der Sexualpartner Schmerzen zufügt.

Pädophilie:

Pädophilie beschreibt ein Verhalten, bei dem Erwachsene, meist Männer, Befriedigung durch sexuelle Kontakte mit vorpubertären Kindern erhalten. Pädophilie entspringt zumeist einer Kontaktscheu der betroffenen Person, es fällt Pädophilen schwer, Beziehungen zu anderen Partnern aufzubauen. Pädophilie unterscheidet sich von der Päderastie, diese beschreibt die Vorliebe homosexueller Männer für männliche Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.

Sadismus:

Der Begriff leitet sich vom französischen Autor Marquis de Sade (1740-1814) ab, dessen literarisches Schaffen pornographische Szenen sadistischer Prägung beinhaltet. Sadisten wollen ihre Sexualpartner dominieren oder ihnen Schmerzen zufügen. Psychisches oder physisches Quälen des Partners wirkt auf Sadisten extrem stimulierend.

Sodomie oder Zoophilie:

Der Name leitet sich von der Stadt Sodom ab, die aus der Bibel wegen ihrer Sündhaftigkeit bekannt geworden ist. Sodomie beschreibt den sexuellen Kontakt mit Tieren. Häufiger ist Sodomie im ländlichen Bereich vorzufinden, was wohl aus in vielen Fällen den Mangel an Sexualpartnern als Ursache hat.

Somnophilie:

Unter Somnophilie versteht man die sexuelle Erregung durch das Beobachten Schlafender, aber auch den Missbrauch einer schlafenden Person.

Transvestismus: Ein Mann wird durch das Verkleiden als Frau sexuell stimuliert. Dennoch führen Transvestiten – im Gegensatz zu Transsexuellen – ein Leben als Männer.

Voyeurismus:

Voyeuristen finden Gefallen daran, fremde Personen heimlich zu beobachten, während sie sexuelle Kontakte pflegen oder sie sich ausziehen.

Urophilie:

Urophile werden durch Urin oder auch durch das Harnlassen stimuliert. Auch Urophagie, also die Lust am Trinken von Urin, kann Bestandteil dieser Paraphilie sein. „Natursekt“ oder „Wet-Games“ sind Begriffe für urophile sexuelle Praktiken. Urophilie ist oft verbunden mit Koprophilie.

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