Corsage und Korsett

Corsage und Korsett

Eng-anliegend, tief ausgeschnitten, figurformend – wenn von Corsage und Korsett die Rede ist haben wir wohl alle ein Bild im Kopf. Und zwar ein recht hübsches nehmen wir mal an ;-).. Korsetts und Corsagen sind sexy, keine Frage, doch ursprünglich hatten sie tatsächlich vor allem „praktischen“ Nutzen. Aber gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Korsett und Corsage? Und wenn ja, worin liegt er?

Corsage oder Korsett

Frauen verbinden mit den Begriffen Corsage & Korsett meist die Vorstellung von eng-anliegender, nicht ganz bequemer Unterbekleidung. Körperbetont und figurformend soll das Teil sein, mit dem Ziel, des Bäuchlein gut zu kaschieren und den Busen optimal zu präsentieren um das Kleid und seine Trägerin bestens aussehen zu lassen.

Männer haben da eher einen direkteren Zugang. Jene, die wir befragt haben, fanden Korsetts und Corsagen an sich schön – ganz egal, ob sie nun auch noch einen Zweck erfüllen oder nicht :-).

Das „Darüber“ war den befragten Herren eher egal, diente es quasi nur als Überverpackung. Vergleichbar mit einer Pralinenschachtel (die Frau) in hübschem Seidenpapier (Corsage oder Korsett), die aber noch in der biederen Einkaufstüte (Überbekleidung) ihrer weiteren Enthüllung harrt.

Nun, dieser Vergleich eignet sich auch recht gut um den Unterschied zwischen Korsett und Corsage zu erklären. Korsett und Corsage sind beide das Seidenpapier, in das die Bonbonierre gehüllt ist, doch ob dieses hübsche Päckchen jetzt in einer – wenn auch noch so ansprechenden – Einkaufstüte daherkommt oder man direkt Zugriff hat, ist letztlich egal. Es geht nicht um die Einkaufstüte, sondern um die Pralinenschachtel und deren Verpackung.

Im Klartext: Es geht um die Intention, aus denen heraus eine Frau eines dieser Kleidungsstücke wählt. Die Corsage ist ein exquisites Teil, das für sich alleine Spaß macht, das Korsett ist eher ein Stück Unterwäsche, das dazu dient, die Oberbekleidung besser passen zu lassen.

Korsett

Ein Korsett soll die Figur besonders weiblich formen und dazu beitragen, dass die Taille schmäler erscheint und frau insgesamt schlanker wirkt. Korsetts (Der Begriff leitet sich aus dem Französischen vom Wort Körper ab) sind meist steif gearbeitet. Das deshalb, damit sie den weiblichen Körper entsprechend der jeweils geltenden Modelinie formen – und in Form halten – können.

Das Korsett veränderte im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Form und Zuschnitt und auch die Versteifungsmethoden wandelten sich mit dem Fortschritt der Technik. Wo früher Fischgräten sassen, stützen heute Hi Tech Materialien.

Korsetts sind optisch meist weniger ansprechend als der Name versprechen mag, „dienen“ sie doch primär als eine Art Funktionsunterwäsche. Oft hautfarben und dezent gestaltet, sind sie meist unscheinbar. Frauen die Korsetts tragen, wollen eher „kompakter“ statt aufreizend wirken. Knöpfchen, Schleifchen, Nieten oder sonstige Accessoires, die sich „durchdrücken“ könnten, findet man auf Korsagen also eher kaum.

Korsetts werden heute auch manchmal schlicht Bodyshaper genannt, was ihren – eher unerotischen – Zweck recht gut beschreibt.

Ihr Zweck ist klar: durch die stabilere Verarbeitung kann frau ihre Vorzüge herausstreichen und ihre weiblichen Proportionen leicht verändern – um (etwas) zu kaschieren oder (etwas anderes) zu betonen, bleibt der jeweiligen Trägerin überlassen. Ziel ist aber jedenfalls, dass die Oberbekleidung besser sitzt und optimal zur Geltung kommt.

Corsage

Eine Corsage hingegen, hat zwar auch figurformende Wirkung, wird aber meist aus ganz anderen Gründen getragen – nicht selten alleine und ohne Oberbekleidung.

Es gibt wohl kaum ein Kleidungsstück, dass aufreizender ist, als eine Corsage. Hier geht es nicht (hauptsächlich) darum, ein Bäuchlein zu kaschieren, damit das Kleid besser sitzt, sondern vielmehr darum, die weiblichen Reize extra und ausschließlich zu betonen.

Three shades of corsage

Corsagen gibt es prinzipiell in drei Ausprägungen

  • Oberteil eines Abend- oder Cocktailkleides (am Rockteil fixiert)
  • Eigenständiges Kleidungsstück, das als Oberteil zu Rock oder Hose getragen wird
  • Als Dessous — primär nicht dafür gedacht, ausgeführt zu werden, sondern eher ein Kleidungsstück für daheim (oder die Sexparty oder den Swingerclub..)

Wir wollen uns auf letztgenannte Variante konzentrieren – schließlich sind wir hier ja kein Mode-Blog 😉 sondern widmen uns der lustvollen Liebe.

Corsagen gibt es aus zarter Spitze oder Satin, oder – für jene, die es lieber strenger mögen – aus Lack bzw. in Leder(optik). Im gut sortierten Fachhandel – oder online – kann man zudem zwischen Burlesque-Corsagen, Sets mit Pfauen- oder Boafedern, oder Corsagen mit Tiger- Leoprint oder jedem Anderen animalprint wählen. Auch Schlange ist sehr beliebt. Ebenefalls gut nachgefragt: Teile mit Plüsch oder Netzoptik oder im Westernstyle.

Ob die Corsage an sich schon ausreichend antörnt, oder sie einen Zusatzkick durch eingearbeitete Ketten oder Lederbänder wünschen, um die Fantasie noch weiter anzuheizen, ist Geschmackssache.

Tipp: Generell stellt sich beim Kauf von Corsage und Korsett die Frage, ob man eingearbeitete Strapse wünscht und ein Modell mit oder ohne Trägern bevorzugt. Beides hat Vor- und Nachteile, sexy sind ohne Zweifel alle Varianten.

Vollbrust Corsage

Die bekannteste Variante unter den Corsagen ist die klassische Vollbrust Corsage. Sie hat am meisten Ähnlichkeit mit einem Korsett und wird manchmal auch als Unterwäsche getragen.

Die Taille wird perfekt betont und die Brust bleibt bedeckt. So wird zwar viel versprochen, aber es bleibt immer noch Raum für ausreichend Fantasie. Accessoires wie Schleifen, Rüschen und andere Applikationen sorgen für sexy Highlights, vorallem wenn man an den Bändchen oder Schnürchen ziehen kann um sie zu öffnen. Je verspielter desto besser, meinen wir!

Unterbrustcorsage

Sie wollen ihre Figur optimal betonen und nicht mit Ihren erotischen Reizen geizen? Dann ist eine Unterbrustcorsage genau das richtige. Sie betont wie die Vollbrustcorsage die Taille perfekt – allerdings könnten die nackten Brüste, die bei einer Unterbrustcorsage – nomen est omen – frei bleiben, möglicherweise den Blick ihres Liebsten von dieser ablenken.

Im Vergleich zur Vollbrust Corsage werden bei der Unterbrustkorsage die Brüste nämlich nicht bedeckt, sondern offenherzig – quasi am Tablett präsentiert. Einige Varianten der Unterbrustcorsagen haben zudem einen push up Effekt und lassen den Busen um einiges mächtiger wirken. Dies freut vor allem Frauen mit eher dezenter Oberweite, bringen Unterbrustcorsagen auch kleine Brüste optimal zur Geltung.

Tipp: Wer sich mit ganz nackten Brüsten nicht wohlfühlt – Nippelschmuck ist eine optimale Variante sexy und doch nicht ganz nackt zu sein.

XXL Corsagen

XXL Corsagen betonen auch die üppigsten Rundungen an den richtigen Stellen und bringen sie optimal zur Geltung! Hier wird nichts verschnürt und versteckt, sondern offenherzig präsentiert. Vor allem Busen und Po stehen hier im Mittelpunkt, während die Taille (nur) sanft modelliert wird.

Wer seinen Taillenumfang aber deutlich kleiner schnüren will, statt ihn nur sanft zu optimieren, sollte sich doch besser für ein Korsett entscheiden. Corsagen sind primär hübsch und sexy – zweckdienlich sind sie eher nur in erotischer Hinsicht.

Verarbeitung von Corsage und Korsett

Corsetts und Korsagen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Verarbeitung gravierend. Während in einer Corsage lediglich leichte Schüre und Bänder, oft aus Seide oder Satin und bestenfalls leichte – und vor allem auch leicht(er) zu öffnende – Verschlusshaken verabeitet sind, so stützt ein Korsett oft mit stabilen Stäben die mit stärker belastbaren Bändern schnürbar sind.

Korsetts sind – nun ja „Korsetts“ und engen eben auch entsprechend ein. Mit den hochwertige Stäbchen aus elastischem Edelstahl kann man die Taille richtig schnüren, also den Umfang um einige Zentimeter verringern. Zumindest, wenn man den nicht immer ganz unkomplizierten Schnüranleitung folgen kann – und der Kreislauf mitspielt.

Im Gegensatz dazu sind Corsagen zum Kaschieren meist zu zart gearbeitet.

Fazit

Obwohl das Korsett jahrelang ein Schattendasein führte, weil Frauen es als (zu) einengend empfanden, feiert es gerade ein Comeback. Frau trägt wieder häufiger Korsett, auch wenn das Teil heute manchmal „bodyshapewear“ heißt. Der Grund für das Comeback liegt sicher auch darin, dass die modernen Materialien angenehmer zu tragen sind und weniger einschnüren.

Die Corsage als Dessous war hingegen nie aus der Mode gekommen. Und wird das wohl auch nicht, solange es Männlein und Weiblein auf diesem Planeten gibt, die Spaß am Liebesspiel haben! Denn was gibt es schöneres, als eine Frau in figurbetonender Wäsche, in der sie sich rundum wohl und sexy fühlt…

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