Nach dem Sex: Wie war ich?

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Sinnlose Frage: Baby, wie war ich?

Wenn die Frau stöhnt, es sich bis zum Schrei steigert, dann war mann doch „gut“ oder doch ein vorgetäuschter Orgasmus? Um der Grübelphase ein Ende zu setzen: Geht es rein um Sex oder ist es Liebe mit Sex? Denn ist das „inszenierte Gestöhne“ tatsächlich eine Lüge oder eigentlich ein Bekenntnis der Liebe? Geht es in einer individualisierten Gesellschaft nicht darum ein „wir“ zu finden mit eigenen Regeln und löst dieses wir, wenn es stabil gehalten wird nicht alles andere auf?

Viele Werbemaßnahmen steuern gezielt unser Unterbewusstsein an, vom „Sexy-sein“ bis „Gut im Bett- sein“. Diese Muss-Haltung schleppen die Menschen mit sich herum, oft wie einen Stein, dessen Schwere uns den natürlichen Fluss der sexuellen Energie stoppt bzw. blockiert. Aber Werbung ist auch ein Spiegel der Gesellschaft: Mann, Frau muss funktionieren – im Beruf und als proklamierter Ausgleich in der Sexualiät. Nicht selten gibt es die sogenannten Männer- und Frauengespräche über wie oft, wie lange, wo – mit einem Charakter von wetteifernden Pfauenaufschlägen.

Sexuelle Unsicherheit

Es ist eine Art Pauschalierung, die sich entkräftet, dass laut Med-Magazin nur 10,7 % an Männern zwischen 16 und 49 Jahren aber jeder vierte Mann ab 50 Jahren an Erektionsschwierigkeiten leidet. Jedoch gibt es diese Dunkelziffer, die vielleicht im ersteren Fall höher liegt. Letztendlich zählt die Qualität des Sexes. Und oft ist das männliche Geschlecht mit dem „sich beweisen müssen“ mehr beschäftigt als beiden etwas Gutes zu tun. Die Bombe platzt, aber sie hat nicht ihr Ziel erreicht. Frauen neigen dazu hier die Samariterin zu spielen und steigen stimmlich auf Vollgas. Besonders, wenn die Partnerin die sexuelle Unsicherheit spürt. In Beziehungen ist diese Übergangshaltung – wenn es eine bleibt – vom vorgetäuschten Orgasmus sicher auch heilsam. Um dem Versagungsgefühl des Mannes entgegenzusteuern.

Es ist „sein heikler Punkt“. Doch ein Mann ist auch ein Mann, wenn er’s nicht bringt – eine abwertende Formulierung, die viel im Kopf Mann auslöst, weil es eine teilweise Entkräftigung seiner Daseinsberechtigung darstellt. Deswegen ist es wichtig seinen eigenen Zugang zur eigenen Sexualität zu finden. Denn der Kampf der Geschlechter manifestiert sich auch dort.

Die Emanzipation – in unterschiedlichen Schichten unterschiedlich weit vollzogen – macht auch die Frau zum Entscheidunsträger. Zumeist der finanziellen Fesseln an den Mann entbunden, besitzt sie die Freiheit zu gehen. Das ist auch eine Generationsfrage. Wieviele heute Mittdreißiger sind Kinder einer halb-kaputten Beziehung, Kinder, die heute Scheidungskinder sind.

Vorgetäuschter Orgasmus

Aber zurück zum Ursprung: Was passiert mit der Frau, die um die Wette hechelt und heuchelt und das auf Dauer?

Sie verliert ihre sexuelle Identität und damit auch ein Stück Wahrheit und Weiblichkeit. Sie lügt sich in den eigenen Sack, macht sich zur selbst ernannten Prostituierten – egal ob in der Partnerschaft, in Affären oder One-Night-Stands. Was ist mit ihren Erektionsschwierigkeiten, die ja oft in Interdependenz zum Mann stehen, natürlich auch umgekehrt? Frauen kennen sicher mehrere Formen des Orgasmus, der multiple oder der stufenweise etc. Und sie kennen es auch, wenn gar nichts geht. Und sehen die Täuschung nur als einzigen Ausweg.

Der wahre Ausweg aus dem Irrweg ist, dass die Sexualität ein gemeinsames Projekt ist und mit Liebeshauch, Liebesgeplänkel oder auch schon tiefer Liebe verbunden ist. Dazu gehört auch reden, das eigentliche Problem dahinter ansprechen und letztendich Auseinandersetzung mit seinem eigenen Körper.

Wer redet, vertraut. Wer Vertrauen geschenkt bekommt, hört im Regelfall zu. Zumindest Respekt vor dem Körper, dem Menschen des anderen – auch wenn man nur reinen Sex möchte – ist eine Grundvoraussetzung für die Sexualität. Routineeingriffe gibt es beim Arzt, aber nicht dort, wo man einen Teil von sich zeigt, den man für viele verborgen hält. Die Lösung ist zu einem „wir“ heranzureifen. Wir schlafen miteinander und es sind unsere Körper, die Vereinigung finden – diese Einstellung schafft einen neuen Raum, wo Ehrgeiz, Kampf und Druck keine Rolle mehr spielen.

[mag]

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