Der Penis, die Antenne des Herzens – Erektionsstörungen als Vorbote für Herzinfarkt

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Erektionsstörungen als Vorbote des Herzinfarkts

Das beste Stück benötigt VIEL Aufmerksamkeit …

In Österreich haben 46 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen sexuelle Probleme, doch nur wenige davon werden richtig, beziehungsweise überhaupt, behandelt.

Leider warten viele Betroffene viel zu lange, bevor sie sich kompetente Hilfe holen. Besonders das Thema ‚erektile Dysfunktion (ED)‘, vulgo auch ‚Impotenz‘, belastet viele Männer, ist es doch noch immer in gewisser Hinsicht ein Tabuthema. Erfreulicherweise hat das Thema ‚Erektionsstörung‘ heute aber seinen großen Schrecken verloren, gibt es doch zum zum Glück verschiedenste Therapiemöglichkeiten.

Als Erektionsstörung (Erektile Dysfunktion, ED) bezeichnet man eine anhaltende oder wiederkehrende Unfähigkeit, eine Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten, die für eine befriedigende sexuelle Funktion ausreichend ist.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Potenzproblemen ist vom Alter des Mannes und von seinem Gesundheitszustand abhängig. Mit zunehmendem Alter und mit Vorliegen von diversen (Vor-) Erkrankungen nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, eine Erektionsstörung zu entwickeln. Laut einer Österreichischen Studie aus dem Jahr 2005 mit 2869 Teilnehmern leidet

  • zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr jeder 5.
  • zwischen dem 41. und 50. Lebensjahr jeder 4.
  • zwischen dem 51. und 60. Lebensjahr jeder 3.
  • und ab dem 61. Lebensjahr jeder 2. Mann

an irgendeiner Form von Erektionsstörung

Für Erektionsstörungen kann es viele Ursachen geben

So einfach und natürlich Sexualität auf der einen Seite ist, so hochkompliziert und störanfällig ist sie auf der anderen Seite. Zahlreiche körperliche Faktoren müssen intakt sein, um eine ungestörte Sexualreaktion auslösen zu können. Medikamente, Operationen und Erkrankungen können dieses sensible Gleichgewicht stören.

Ebenso störanfällig ist Sexualität auf psychische und soziale Belastungen. Eine ungestörte Erektion braucht ein gesundes Gehirn, gesunde Nervenbahnen und Blutgefäße, einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und gesunde Genitalien. Wann immer eine dieser Strukturen durch Fehlentwicklungen, Entzündungen, Tumore, Verletzungen und Narben gestört wird, resultiert daraus die Möglichkeit einer Erektionsstörung.

Körperliche Ursachen

Erektionsprobleme haben bei Männern ab 50 oft unerkannte, bedrohliche Gründe, nämlich kaputte Blutgefäße. „Oft beginnt es damit, dass „er“ nicht mehr durchhält, und vier Jahre später kommt der Herzinfarkt“, so eine Expertin. „Man sagt nicht umsonst: Der Penis ist die Antenne des Herzens. Oft wissen nicht einmal Ärzte, was Sexualmedizin ist, geschweige denn Patienten. Deshalb müssten viele, die man gezielt behandeln könnte, erst einen Ärzteparcours durchlaufen und die Ursachen der Erektionsstörung bleiben lange unerkannt.

Weitere sexualrelevante Erkrankungen

  • Herz-Kreislauf – Erkrankungen (z.B.: Bluthochdruck, Angina pectoris, Herzinfarkt)
  • urologische Erkrankungen (z.B.: gutartige Prostatavergrößerung, Prostata-, Blasenkarzinom)
  • Gynäkologische Erkrankungen (immer wiederkehrende Pilzinfektionen, Harn-Inkontinenz)
  • Stoffwechsel – Erkrankungen (z.B.: Diabetes mellitus, erhöhtes Cholesterin)
  • hormonelle Erkrankungen (z.B.: Schilddrüsenüber-, und -unterfunktion)
  • neurologische Erkrankungen (z.B.: Multiple Sklerose, M. Parkinson, Hirnschlag)
  • psychiatrische Erkrankungen (z.B.: Depression, Burnout, Panikattacken)
  • Suchterkrankungen (z.B.: Medikamentenmissbrauch, Alkoholismus)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B.: rheumatische Erkrankungen, Arthrosen)
  • dermatologische Erkrankungen (z.B.: Lichen sclerosus, Psoriasis)
  • Magen-Darm Erkrankungen (z.B.: chronisch entzündliche Darmerkrankungen)
  • Infektionskrankheiten (z.B.: Hepatitis)

Medikamente, die die Erektion beeinflussen können

Prinzipiell sollte man alles tun, um Erkrankungen, welche die Sexualität negativ beeinflussen, zu beheben oder sie zumindest positiv zu beeinflussen. Dafür stehen uns zum Glück eine Vielzahl von hervorragenden Medikamenten zur Verfügung.

Medikamente können aber leider auch als Nebenwirkung einen negativen Einfluss auf die Sexualität haben. Die Sexualität ist vor allem störungsanfällig durch die Einnahme von Medikamenten, die im Gehirn wirken, den Hormonhaushalt, das Nervensystem und/oder die Durchblutung beeinflussen. Falls Sie eine solche Veränderung nach der Einnahme eines Medikamentes festgestellt haben, dann sprechen Sie möglichst rasch mit Ihrem Arzt – er wird mit Ihnen besprechen, welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen, um wieder eine ungestörte Sexualität leben zu können.

Verletzungen, Operationen und Bestrahlungen, die die Erektion beeinflussen können
Prostata-, Blasen- und Rektumoperationen (-verletzungen), Gefäßoperationen(-verletzungen) im Bauchraum, Operationen an der Wirbelsäule und im Gehirn können Erektionsstörungen verursachen. Bestrahlungen im sensiblen Bereich des kleinen Beckens können ebenfalls zu Erektionsstörungen führen.

Psychosoziale Ursachen für Erektionsstörungen

Sollte Ihnen Ihr Arzt sagen, dass Sie “organisch nichts haben” und dass Sie “ein psychisches Problem haben”, dann seien Sie nicht geknickt. Übersetzt heißt das, dass die Ärzte zum Glück keine körperlichen Ursachen für die Erektionsstörung gefunden haben. Dennoch bleiben eine große Anzahl von Ursachen für Ihre Erektionsstörung, die sehr wohl einen Namen und eine Erklärung haben, übrig: Stress, Unsicherheit, überkritische Selbstbeobachtung, private und berufliche Belastungen, etc.. Aus solchen Irritationen enstehen körperliche Symptome, die nicht unmittelbar, sondern nur durch eine Änderung des Lebensstils behoben werden können.

Schaltzentrale Gehirn

Alle abgespeicherten Erfahrungen und Erinnerungen beeinflussen die Zusammensetzung der Botenstoffe im Gehirn. Diese erzeugen in bestimmten Situationen ein Gefühl des Wohlbehagens, der Sinnlichkeit und der Geborgenheit – oder aber der Anspannung, Angst, des Unbehagens und den Wunsch, diese Situation zu meiden. Je nachdem, welches System durch die Emotionen aktiviert wird (Anspannung oder Entspannung) wirkt sich das förderlich oder behindernd auf unsere Sexualität aus.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr – oder doch?

Die Psyche versucht, alte negative Gefühle mit allen Mitteln zu vermeiden und kann nur auf die Lösungsmuster zurückgreifen, die wir uns im Laufe des Lebens zugelegt haben. Mit den alten Lösungsmustern gelingt es uns aber manchmal nicht mehr, die gerade anstehenden Probleme zu bewältigen, bzw. sind die Probleme so ’neu‘ und anders, dass wir noch gar keine Lösungsmuster entwickelt haben und sich Unsicherheit einstellt. Unser Körper gehorcht aber neurobiologischen Gesetzen. Anspannung/ Angst /Irritationen/unsicherheit bewirken, dass andere Botenstoffe ausgeschüttet werden als bei Freude und Entspannung. Wenn wir uns also im Beziehungsalltag nicht zu unseren Bedürfnissen und Gefühlen stehen, bzw. diese nicht richtig erkennen (können) und uns ständig verbiegen, macht der Körper das, was für ihn in der Situation richtig ist. Im Falle von Erektionsstörungen streikt dann eben der Penis und es kommt zu keiner Erektion.

‚Einfache‘ Lebensstiländerung

Bereits 10% Gewichtsreuduktion kann die Erektionsfähigkeit bei übergewichtigen Männern verbessern. Weiters kann man mit Sport die Potenz und den Testosteronspiegel steigern. Optimal eignet sich eine Kombination aus zwei- bis dreimal Krafttraining (Hormonausschüttung) und Ausdauertraining (fördert die Potenz) pro Woche.

Sexualmedizinische Therapiemöglichkeiten

  • Penisring
  • Medikamente zum Schlucken
  • Erektionsfördernde Substanzen, die in den Schwellkörper injiziert werden
  • Medikamente, die in Form kleinster Kügelchen mittels dünner Plastik-Kanüle in die Harnröhre eingeführt werden
  • Vakuumpumpe
  • Penisprothese, wenn alle erwähnten Methoden erfolglos bleiben.

Hotline

Wer sich vor einem persönlichen Arztbesuch scheut und zuerst anonymen Rat einholen will: Seit Oktober 2014 werden unter 0900 88 80 80 Patienten mit Sexualstörungen kompetent und ausführlich – allerdings kostenpflichtig (Kosten: 1,80 Euro pro Minute) – beraten. Sieben sexualmedizinisch geschulte Ärzte und medizinisches Fachpersonal stehen zu fixen Zeiten für alle sexualmedizinischen Fragen zur Verfügung.

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