Kamasutra – das Verlangen nach Liebe

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Kama Sutra: Leitfaden der Liebeskunst

Kama Sutra: Leitfaden der Liebeskunst

Das Kamasutra ist kein Handbuch der schlüpfrigen Sexualpraktiken. Es ist auch kein Buch, das nur die Stellungen, die beim Sex die Lust fördern darstellt. Es ist viel mehr als das! Es ist die Lehre der erotischen Liebe und wie man sie entdeckt.

„Kama“ steht für „Liebe, Verlangen“ und „Sutra“ bedeutet „Handbuch, Leitfaden“. Kamasutra kann man aber nicht in einem Satz zusammenfassen. Einfach gesagt ist das Kamasutra eine detaillierte Gebrauchsanweisung mit Bildern für das erotisch sexuelle und ethnische Verhalten der liebenden Paare.

Wissenschaftlich gesehen, ist Kamasutra das einflußreichste Sachbuch über erotische Liebe, das um 250 nach Christi vom Emeriten Vatsyayana verfasst wurde. Spirituell gesehen, ist Kamasutra die Vereinigung von Körper und Seele. Laut der hinduistischen Lehre, geht es im Leben darum drei Güter zu erwerben. Das „Dharma“ spiegelt das spirituelle Wohl durch Befolgung religiöser Richtlinien wider, es ist also das Streben nach Gutem. „Artha“ ist der Wunsch nach materiellen Gütern und Reichtum, also das Bedürfnis nach Nützlichem. Das „Kama“ hingegen ist der sinnliche Genuss – oder auch das Verlangen nach Angenehmen.

Leitfaden der Lust

Kama ist der lustbetonte Bezug der fünf Sinne auf ein Objekt. Spinnt man diesen Gedanken weiter, ist es jeder Sinnesgenuss und treibt man diesen Gedanken auf die Spitze, dann ist es der reine Genuss der Liebe. Kamasutra ist also das Lehrbuch, welches die Kunst der Liebe als Teil der Lebenskunst sieht, denn Sex ist immanenter Bestandteil der menschlichen Existenz. Kamasutra, schafft es zwei Dinge zu kombinieren, die in der westlichen Welt of getrennt werden: Körper und Seele. Es geht nicht um einfache Sexualpraktiken und die Befriedigung der animalischen Triebe, sondern um die Ethik der Erotik. Das Buch der Lebenskunst enthält Lektionen über Partnerwahl, Machterhalt in der Ehe, Ehebruch, über das leben als Kurtisane und über das Leben einer Kurtisane. Es geht um den Gebrauch von Drogen und natürlich auch um verschiedene Stellungen beim Geschlechtsverkehr. Oft wird auch Kamasutra als der „Leitfaden der Sinneslust“ bezeichnet.

Hinduistische Lebensweisheiten

Geht es dem Körper gut, so kann auch die Seele ihre Ruhe finden und nur im Einklang bilden die beiden eine Einheit, in der sich auch ihr Träger wohlfühlen kann. Sexuelle Befriedigung ist essentiell für das Wohlbefinden des Körpers. Eine wichtige Lektion des Kamasutra ist die Gleichstellung der Liebenden, aber auch das Ausleben der weiblichen Lust. Auch und vor allem der Frau soll sexuelle Lust zukommen. Den Frauen wird das Recht zugestanden, die erotische Initiative zu ergreifen. Während des Geschlechtsaktes richtet sich der Mann nach den Bedürfnissen der Frau.

Der Mann ist weder Diener noch Herr der Frau. Nein, sie sind Partner. Damit vermittelt das Kamasutra die Botschaft, dass Männer und Frauen gleichermaßen den Genuss und die Erfüllung in der Liebe finden sollen. Körperliche Liebe wird dabei als Kunst definiert, die Talent, Übung und Unterricht fordert. Die Texte des Kamasutra sind frei von Moralität, denn die Erotik wird als wichtiger Teil des Lebens gesehen und nicht nur als Mittel zum Zweck der Fortpflanzung.

Körperliche Liebe als Kunst

Führt man sich das Kamasutra in einer ruhigen Stund zu Gemüte, so stellt sich einem doch die Frage, wie man denn als Westlicher und unerfahrener Liebhaber diesen Ansprüchen genügen soll. Hier sei nur angemerkt, dass das Kamasutra an dem Hatha-Yoga orientiert und aus diesem Grund mache Stellungen, mehr den Anschein von unausführbaren „Verrenkungen“ haben. Um das Kamasutra in sich zu vereinen, ist man nicht genötigt jede Stellung perfekt zu beherrschen. Bei der Technik kommt es vielmehr drauf an welcher Typ man ist oder auch welchen Typ man in seinem Partner wiederfindet.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Bei den Männern unterscheidet man die Typen nach der Größe des Penis – oder auch „lingam“ genannt. Das Buch definiert hier den Hasen, den Stier und den Hangst. Die Weibchen sind nach der Weite und Tiefe der Vagina – oder auch „yoni“ genannt – eingeteilt. Zu unterscheiden sind hier Gazelle, Stute und Elefantenkuh. Grundsätzlich gilt, gleich gebaute Typen gelangen zusammen zum höchsten erotischen Genuss. So ist ein Mann vom Typ Hengst am ehesten aufgehoben bei einer Frau vom Typ Elefantenkuh. Sollte man das Glück nicht haben, im Partner einen ebenbürtigen Geliebten zu finden, braucht man nicht sofort einen Schlussstrich zu ziehen. Nein, denn jetzt kommt es auf die Technik an. Durch die verschiedenen Stellungen gelangt man auch mit einem nicht idealen Partner zum Höhepunkt.

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Die Rollen sind im Kamasutra auch eindeutig verteilt. Der Mann übernimmt den aktiven Teil und die Frau den passiven. Ziel des Mannes bei der Vollziehung des Geschlechtsaktes ist es die Frau zur Gänze zu Befriedigen, wenn hier die Partner nicht harmonieren, können auch verschiedene Aphrodisiaka Abhilfe und Seelenfrieden schaffen.

Im Kamasutra geht es also nicht darum den animalischen Sexualtrieb zu stillen, nein, dazu ist die Lehre viel zu fortgeschritten. Die Liebenden sollen sich Zeit nehmen, nicht nur an das eine Denken. Dann erst sind ihre Gefühle in Liebe vereint und bereit sich dem lustvollen Liebesspiel hinzugeben.

[maza]

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