Pornografie – nicht nur reine Männersache

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Paartaugliche Pornos werden immer beliebter ...

Paartaugliche Pornos werden immer beliebter ...

Nicht nur Männer können sich an Pornos erfreuen. Auch viele Frauen stehen auf die Erotik von Pornofilmen. Doch dass Männer vom Mars und Frauen von der Venus kommen, wird gerade in diesem Genre deutlich. Denn Männer stehen auf puren Sex, Frauen – in der Regel – auf romantische Erotik.
Männer stehen auf Pornos, die meisten zumindest. Das ist gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, aber nicht nur Männer finden Pornografie einfach geil. Auch immer mehr Frauen haben Spaß an pornografischen Filmen, auch wenn es viele nicht zugeben würden.

Laut einer Studie von US-Institut Pew Internet & American Life Project geben 20 Prozent der Männer zu, regelmäßig im Internet nach Pornos zu suchen, aber nur 5 Prozent der Frauen, doch dürfte die „Dunkelziffer“ bei diesem „heiklen“ Thema weit höher liegen. Ein Drittel der Männer sieht sich regelmäßig Erotikfilme an, immerhin 8 Prozent der Frauen geben sich regelmäßig der Erotik von Pornofilmen hin, so eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS).

Erotik im Mittelpunkt

Gerade wenn Paare ihre Beziehung durch den Konsum von Pornos anheizen wollen, gilt es darauf zu achten, dass sich beide Partner für den gewählten Film begeistern können. Speziell für Frauen hat sich in der Pornoindustrie ein eigenes Genre durchgesetzt: das sogenannte Heartcore. Hinter Heartcore verbirgt sich, wie der Name schon, sagt eine gefühlvollere Handlung. Pornos, die speziell für Frauen gedreht wurden, haben eine anspruchsvollere und tiefergehende Handung als Hardcore Filme. Nahaufnahmen von Körperteilen und pornographische Filme, die keine Geschichten erzählen, werden von den meisten Frauen völlig abgelehnt. Daher sind sie auch für Paare nicht zu empfehlen, da beide von dem Gesehenen profitieren sollen.

Zumeist sind es Regisseurinnen, die Filme für Frauen drehen. Für Frauen steht oftmals die Erotik im Mittelpunkt, nicht die Frau, als willenloses Sexobjekt und nackte Geschlechtsteile für endlose Nahaufnahmen. Szenen von „rammelnden Paaren“, in denen nur der pure Sex gezeigt wird, wird von den meisten Frauen als billig und kaum reizvoll, wenn nicht sogar abstoßend wahrgenommen. Die Schauspieler und Schauspierinnen in Pornos für Frauen sind meist wesentlich attraktiver, besser gekleidet und gestylter als in reinen Männerpornos.

Ein kleines, aber feines Angebot

Das Angebot an paar- und frauentauglichen Pornofilmen ist nicht besonders groß. Oft tragen Filme das Label paartauglich, obwohl sie eigentlich auch kaum Handlung haben und auch sonst die Kriterien nicht erfüllen, die Frauen wichtig sind.

Ein Film, der besonders in Skandinavien beliebt ist, ist Pink Prison. Auch wenn die Geschichte des Filmes mangels Originalität zu wünschen übrig lässt – eine Journalistin, die in ein Gefängnis einbricht und sich dort mit den Gefangenen vergnügt – so ist der Film doch speziell für Frauen gedreht worden und gilt als durchaus paartauglich. Weitere Filme von Zentropa sind All about Anna und Constance – dänische Edelpornos unter der Leitung des arrivierten Independentfilm-Regisseurs Lars von Trier.

Girlie-Shirt mit Bekenntnis: Masturbatorin

Alle diese Filme wurden nach dem sogenannten „Puzzy Power Manifest“ gedreht. Es sagt unter anderem aus, dass der Film eine Handlung haben muss, erotisch und phantasievoll sein muss, die Darstellung des ganzen Körpers erwünscht ist und Oralsex nicht willkommen ist. Besonders die Filme von Petra Joy werden immer wieder als Klassiker für Frauen genannt. Sie stellt Artcore in den Mittelpunkt ihres Schaffens. „Female Fantasies“, Sexual Sushi und der neueste Film „Feeling it“ stellen Leidenschaft und Lust in den Vordergrund, nicht plumpe Geschlechtsteile.

Wachsendes Angebot trotz hoher Kosten

Seit die Pornoindustrie die Zielgruppe Frau entdeckt hat, entwickelt sich das Angebot aber ständig weiter. Auch wenn der Dreh von Pornos für die Frau bedingt durch die höheren Erwartungen entsprechend teurer ist. Bis zum zehnfachen der Kosten eines billigen Pornos müssen die Produzenten einkalkulieren um den Ansprüchen gerecht zu werden.

Ein Paradebeispiel dafür stellt die Produktion „Pirates“ dar, der mit kolportierten Produktionskosten von über einer Million Dollar als der bisher teuerste Pornofilm überhaupt gilt. Die Ko-Produktion der Studios Digital Playground und Adam & Eve, wurde teilweise an Bord eines Nachbaus der HMS Bounty im Hafen von Saint Petersburg, Florida gedreht und wurde mit HighDefinition Filmkameras in 5.1 Dolby Surround Sound gefilmt. Für ein Werk dieses Genres enthält der Film dazu außergewöhnlich viele Special Effects und eine besonders üppige Ausstattung – wohl mit ein Grund für die zahlreichen Filmpreise, die der Streifen einheimsen konnte. Aber auch die Verkaufszahlen sprechen eine deutliche Sprache und die aufwendige Disc-Edition belegte über Monate hinweg die Verkaufscharts der US-Shops und Video- und DVD-theken.

Da der Film mit zahlreichen Anspielungen auf erfolgreiche Hollywood-Produktionen aufwartet, kommen auch Spaß und Action nicht zu kurz, weshalb der Film auch bei Männern großen Anklang fand. Einem größeren Publikum wurde „Pirates“ auch deshalb bekannt, da eine gekürzte Version des Films von der Motion Picture Association of America (MPAA) eine R-Einstufung (diese Einstufung erlaubt es Jugendlichen unter 17 Jahren, in Begleitung eines Elternteils oder Erwachsenen den Film zu besuchen), was gegenüber der für Pornofilme sonst obligatorischen NC-17-Einstufung (ausnahmslos ab 18 Jahre) neue Vertriebs- und Werbemöglichkeiten eröffnete.

Noch befindet sich das Genre in der Experimentierphase, doch die Erfolge wie jene aus dem Hause Digital Playground (mittlerweile ist bereits Pirates II – Stagnetti’s revenge – erfolgreich auf den Markt gekommen) lassen in den kommenden Jahren viele interessante frauen- und paartaugliche Produktionen erwarten.

[ameis & red]

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3 Comments

  1. Daniela R
  2. Michaela
  3. Gina