Sexfantasien – über Dominanz, Unterwerfung und Flottem Dreier

Sexfantasien: Dominanz, Unterwerfung und Flotter Dreier

Nicht alle geben’s zu, aber (fast) alle haben sie – die eine oder andere Sexfantasie! Und warum auch nicht? So manches ist in unseren Träumen aufregender als in Wirklichkeit, und wenn ein spannendes Kopfkino zu einem tollen sexuellen Kick im real life führt – wunderbar! Doch dann bleibt immer noch die Frage, ob man die Fantasie auch wirklich ausleben will. Und mit wem? Mit dem eigenen Partner? Oder passt der Partner einfach nicht zur erotischen Fantasie oder besteht die Vorstellung selbst gar aus Sex mit einem Fremden oder einer schönen Unbekannten? Oder gar mit beiden? Fragen über Fragen! lustvolle-liebe.de hat die wichtigsten Infos rund um Sexfantasien recherchiert.

Sexuellen Fantasien – ausleben oder nicht?

Sexualberater sagen einvernehmlich, dass erotische Fantasien nicht unbedingt auch real umgesetzt werden wollen. Oft haben sie nichts mit realen Wünschen und Bildern zu tun, sondern speisen sich vielmehr aus unserem Inneren. Warum und wie – da gehen die Meinungen dann wieder auseinander. Auch neutral und an sich sexuell unbesetzte Themen oder Situationen können – entsprechende Vorstellungskraft und ‚Programmierung‘ vorausgesetzt – sexualisiert werden, und quasi als ‚Trigger‘ fungieren. Wir haben z.B. von etwas gehört oder gelesen und die dazu entwickelte Fantasie turnt uns an. Je vager das Wissen, desto mehr Freiheit und Kraft haben die aktivierten Bilder, um uns so richtig heiß zu machen.

Doch nicht immer verbergen sich hinter Fantasien konkrete Wünsche. Das kann zwar sein, muss aber nicht. Bilder im erotischen Kopfkino sind oft überhöht und im wahrsten Sinn des Wortes von einer Heftigkeit, die wir uns im real life nicht wünschen würden.

Es gibt aber auch die Variante, dass herbeifantasierte Szenarien gar nicht ausgelebt werden wollen – sie dienen schlichtweg dazu, auf Touren zu kommen. Studien bestätigen, dass vor allem in längeren Beziehungen, wo also einerseits die erste Verliebtheit schon etwas verglüht ist und zweitens schlichtweg auch der Zahn der Zeit am äußeren Erscheinungsbild der Partner geknabbert hat, oft von beiden Partnern stärkere Fantasien entwickelt werden. Aber warum denn auch nicht? Wenn ER auf Touren kommt, wenn sich Germanies Next Topmodels im Kopfkino tummeln, und SIE mit IHM gemeinsam von dem Kick profitiert – was ist daran schon aus zu setzen?

Hier überhöhte Moralmaßstäbe anzuwenden wäre weltfremd und dumm. Tatsache ist, dass der Mann genetisch einfach so programmiert ist, junge – fruchtbare! – Frauen attraktiver zu finden, als Frauen nach der Menopause. Schließlich ist sein evolutionäres Lebensziel ja, Nachwuchs zu zeugen und seine Gene weiter zu geben. Und dafür braucht’s nunmal eine (noch) fruchtbare Frau – so einfach ist das. Diese Vorstellung ändert aber nichts an der Möglichkeit, dass derselbe Mann im wirklichen Leben niemals auf die Idee käme, seine ihm langjährige angetraute Frau tatsächliche zu betrügen. Nun gut, er KANN natürlich auf die Idee kommen, aber er MUSS nicht:-)!

Erotische Fantasien werden oft aus gutem Grund nicht ausgelebt. Ein Grund ist, dass in der Vorstellung alles sinnlicher und spannender sein kann, als im echten Leben. Sexuelle Fantasien sind wundervoll – und vor allem steuerbar. Wer sie real auslebt, entzaubert sie und beraubt sich der konkreten Vorstellung, der zauberhaften Vision, die ihm oder ihr den unmittelbaren Kick geben KÖNNTE. In sexuellen Fantasien liegt die Latte hoch; unsere Erwartungen steigern sich ins Unermessliche – die exakte Umsetzung in der Realität ist hingegen ein schwieriges Unterfangen.

Soll man den Partner in die erotischen Fantasien einweihen?

Zunächst: Vorstellungen gehören nur einem selbst und wenn man sie niemanden erzählt, muss man sich auch nicht rechtfertigen und kann sich trotzdem an ihnen erfreuen! Fantasien gehen also – ganz klar ausgesprochen – den anderen nichts an. Wenn Sie allerdings merken, dass eine bestimmte erotiosche Vorstellung quasi von Ihnen Besitz ergreift, sie nicht und nicht los lässt, und stärker als Ihr freier Wille wird, dann wird es Zeit, zu überlegen ob und wie man den Partner einbinden kann. Ein probates Mittel zum vorsichtigen Auskundschaften: Sagen Sie doch einfach: „Ich habe da mal was gelesen und dann habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn … “ .

Möglich, dass Ihr Partner das auch anregend findet und neugierig wird, genauso gut aber auch möglich, dass er irritiert reagiert, bzw. sich bedrängt fühlt. Es bedarf einer gehörigen Portion Sensibilität, die Gratwanderung zu wagen, und zu entscheiden, ob man den Partner in die Sexfantasien miteinbezieht. Fakt ist: niemand muss sich für seine Fantasien schämen, solange man sich etwas vorstellt, was zwischen Menschen einvernehmlich möglich wäre, ohne Schaden anzurichten. Sexfantasien, die über diese Grenzen hinausgehen, müssen hingegen mit einem Therapeuten besprochen werden.

Dominanz und sexuelle Unterwerfung

Dass im Beruf erfolgreiche Männer gerne eine Domina aufsuchen, um endlich auch einmal nicht stark sein zu müssen, sondern ganz im Gegenteil, die unterwürfige Seite ausleben zu können, ist mehr als ein Gerücht. Aber auch erfolgreiche Frauen kennen das Muster, und manche wünschen sich (manchmal), im Bett herumkommandiert zu werden. Doch wie passt das zusammen?

Menschen sind nicht eindimensional und in jedem von uns stecken dominante und unterwürfige Anteile. In Sexfantasien erlauben wir uns, diese anderen Anteile, die wir uns im Alltag nicht zugestehen, auszuleben. Ob diese Erotikfantasien dann in jedem Fall auch in der Realität ausgelebt werden (wollen), ist damit allerdings noch lange nicht gesagt.

Tatsächlich sagen aktuelle Studien, dass der Wunsch, von jemandem sexuell dominiert zu werden, in den Fantasien von 64,6% der Frauen und 53,3% der Männer vorkommt – zumindest im deutschsprachigen Kulturkreis. Unterwerfungsfantasien als Gegenpol zum toughen Job? Das Thema ’sexuell Ausgeliefertsein‘ rückt ein Tabu auf verträgliche Weise ins Blickfeld: die Lust, sich hinzugeben, die Kontrolle abzugeben, und animalischen Trieben ihren Lauf zu lassen.

Fifty Shades of Grey war nicht umsonst monatelang auf den Bestsellerlisten – und die Verfilmung hätten wir uns im Nachhinein betrachtet lieber nicht angesehen, weil wie so oft waren auch in diesem Fall die Bilder im Kopf nach der Lektüre viel kräftiger als die Bilder im Kino.

Doch handelt es sich bei der Story letztlich nicht um eine buch- bzw. filmgewordene Vergewaltigungsfantasie? Und darf das sein? Fantasien haben den grundlegenden Vorteil gegenüber dem echten Erleben, dass Ängste, die in einer realen Situation natürlich vorherrschten, gänzlich ausgeblendet werden können und so in der Vorstellung nur die Lust am Ausgeliefertsein übrigbleibt.

Es kann also angenommen werden, dass der ‚Zuchtmeister‘ die Situation dazu nutzen wird, nicht nur sich selbst, sondern beiden Beteiligten Lust zu verschaffen. Der entscheidende Punkt ist, dass herbeifantasierte Unterwürfigkeit den Denkenden die Zügel in der Hand lässt. Sie sind Autor oder Regisseurin dessen, was im Kopf geschieht und der ‚dominante‘ Part kann im Kopfkino wie eine Marionette geführt und gelenkt werden um Lust zu geben – und nicht Angst und Schmerz.

Exkurs weibliche Allmachtsfantasien: Schon lange zerbrechen sich vorallem feministisch orientierte Sexualforscher mit der Frage, was Frauen daran reizt, sich einem Mann gedanklich auszuliefern und ihn in der Vorstellung über sich herfallen zu lassen. Neueste Studien scheinen zu belegen, dass es sich bei diesen Unterwerfungsfantasien um verkappte Triumphfantasien handelt. Die Frau erzeugt mit ihrer Inszenierung im Kopf ein Unwiderstehlichkeitsparadigma: „Der muss mich haben, weil ich so attraktiv bin. Er kann gar nicht anders! In Wahrheit hab ich IHN mit meiner Attraktivität in der Hand und er ist meinen weiblichen Reizen hilf- und wehrlos ausgeliefert!“

Ein flotter Dreier

Falls Sie von einer Ménage à trois im Bett träumen, nur zu! Doch wer sind da die Partner und Partnerinnen in Ihrer Vorstellung?

Sind es Armin Assinger und Angelina Jolie oder Brad Pitt und Sandra Bullock, oder George Clooney mit seiner Amal, oder Arnold Schwarzenegger oder die junge Loren, oder Marilyn Monroe, oder Omar Sharif, oder……. Nun, dann wird die Umsetzung eines flotten Dreiers möglicherweise eine Enttäuschung für Sie sein, weil – ganz ehrlich – die Chance, dass sie diese Promis zu einem Abenteuer zu dritt mit Ihnen überreden ist doch eher gering. Und jene Ikonen, die nicht mehr leben, werden definitiv nicht zur Verfügung stehen.

Oder Sie wünschen sich Sex mit den Nachbarn oder dem Studienkollegen samt Freundin – auch hier besteht das Risiko, dass Sie, wenn Sie diesen Wunsch äußern, eine Abfuhr erhalten – im besten Fall eine freundlich-sachliche, im weniger guten Fall gefährden Sie gute, freundschaftliche Beziehungen und verunsichern Ihre vielleicht nicht so weltoffene und abenteuerlustige Umwelt.

Optimale Variante: Sie haben einen sehr aufgeschlossenen Freundeskreis, für die das Kürzel ‚FWB‘ kein unbekanntes ist. Für alle, die’s mit den neumodischen Abkürzungen nicht so haben, FWB steht für ‚friends with benefits‘, also für Freunde, die – sollte mal Not am Mann oder der Frau sein – auch für sexuelle Zuwendungen aufgeschlossen sind. Ist allerdings auch nicht ganz ungefährlich… falls der eine oder die andere sich dann doch mal mehr erwarten, sind Komplikationen nicht ausgeschlossen.

Nun, bleibt noch Sex mit zwei Unbekannten. Und ja, klar gibt es einschlägige Klubs, in denen man Gleichgesinnte treffen kann, aber ob diese Art von Dreier noch etwas mit Ihrer ursprünglichen Fantasie zu tun hat, müssen Sie selbst entscheiden.

Wenn ja, gut so! Wenn nein – überlegen Sie lieber zweimal. Experten raten, erotischen Fantasien im Zweifelsfall lieber Fantasien bleiben zu lassen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Wirklichkeit genau so wird, wie Sie es sich in ihren erotischen Träumen vorgestellt haben, ist ziemlich gering. Es sei denn, der Wunsch wird übermächtig…..aber auch dann ist gute Planung und Vorbereitung gefragt!

Apropos: Wieso stimuliert man sich im Kopf oft mit Sex zu dritt oder anderen nicht alltäglichen Vorstellungen? Mit dieser, aber auch mit anderen sexuellen Fantasien überschreiten wir Grenzen und sprengen Konventionen. In unserem Kopf finden Dinge statt, die gesellschaftlich verpönt oder verboten, jedenfalls aber außergewöhnlich und unkonventionell sind. Und dass das Verbotene schon immer seinen Reiz hatte, davon kann die Menschheit seit Adam und Eva ein Lied singen…

[abo]

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