Der kleine Sperma-Guide (Teil 1)

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Sperma - Informationen rund um den weißen Liebessaft des Mannes

Sperma, Ejakulat, ... Lustsaft

… oder „Was ihr schon immer über den Lustsaft des Mannes wissen wolltet, aber nicht zu fragen wagtet“. Woody Allen wird uns die kleine Anleihe im Untertitel verzeihen, doch bei der Auswahl dieses Themas war uns die markante Szene des genialen Films mit Woody als sprechender Samenzelle einfach zu präsent. Musste also sein, zwangsläufig, also Schwamm drüber. Apropos Schwamm drüber: So eine unkontrollierte Ejakulation des Mannes veranstaltet eine ganz schöne Schweinerei – zumindest dann, wenn das Sperma nicht dort landet, wo es die Natur eigentlich vorgesehen hat … aber alles der Reihe nach.

Über Sperma redet man ja eigentlich nicht, ist irgendwie ekelig, so weiß und klebrig mit nicht immer angenehmem Geruch. Wir jedoch reden – oder schreiben – schon darüber, es handelt sich ja schließlich um eine der natürlichsten Sachen der Welt und gehört zur Sexualität des Mannes einfach dazu. Durch die lange Tabuisierung des Themas und nicht zuletzt durch die rasante Verbreitung von Pornodarstellungen im Internet in jüngster Zeit haben sich allerdings eine Menge Irrtümer und Missverständnisse um den weißen Liebessaft aufgetan. Grund genug, mit dem größten Unsinn aufzuräumen und etwas seriöse Information in die Angelegenheit zu bringen.

Fakten, Fakten, Fakten

Die Ejakulation (der Samenerguss) ist der physiologische Vorgang des stoßweisen Herausspritzens von Ejakulat aus der Harnröhre beim Orgasmus des Mannes. Beim Abspritzen, wie der Vorgang gemeinhin auch genannt wird, wird die Samenflüssigkeit durch rhythmische Kontraktionen der Muskulatur des Samenleiters, der Samenblase, der Schwellkörper und des Beckenbodens stoßweise aus dem Penis freigesetzt. Die weißliche Flüssigkeit wird fälschlicherweise oft mit Sperma gleichgesetzt, obwohl sie nicht zwangsläufig Spermien enthalten muss. Spermien sind nämlich nur ein Teil der Flüssigkeit, sogenanntes Samenplasma bildet die zweite Grundkomponente des männlichen Ejakulats.

Dieses Prostatasekret dient quasi als Fortbewegungs- und Gleitmittel für die Spermazellen und wird bereits lange vor dem Beginn der Spermaproduktion gebildet. Das bedeutet, dass etwa Jungen, bei denen sich noch keine Spermien gebildet haben, beim Orgasmus ein Ejakulat ausscheiden, das ausschließlich aus Seminalplasma besteht. Auch Männer, die sich mittels Vasektomie sterilisieren haben lassen, produzieren ausschließlich Ejakulat ohne Samenanteil.

Ein paar Zahlen

Die „normale“ Ejakulatmenge beträgt 2 bis 6 Milliliter – auch wenn Pornofilme oftmals etwas ganz anderes glauben machen wollen. 20 bis 120 Millionen Spermien finden sich in einem Milliliter – dies bedeutet etwa 600 Millionen Spermien pro Ausstoß, obwohl der Spermienanteil am Ejakulat nur etwa 0,5 bis 5% beträgt, der Rest ist Spermaflüssigkeit. Die medizinische Untersuchung des Spermas wird übrigens Spermiogramm genannt.

Als Mindestmenge für die Befruchtung wird in der Literatur eine Menge von 10 – 20 Millionen pro Milliliter genannt, wobei zumindest 50-60% der Spermien voll beweglich sein müssen. Die Ejakulationsgeschwindigkeit beim Abspritzen beträgt etwa 17 km/h, nicht schlecht angesichts der geringen Größe der Samenleitermuskulatur.

Spermien – schneller höher weiter

Die Reifungsdauer von Spermien beträgt etwa 10 Wochen, etwa 100 Millionen werden pro Tag produziert, und die Spermien können im Spermadepot des Mannes bis zu einem Monat überleben. Einmal abgesetzt, bewegen sich die kleinen Dinger mit 3 bis 4 Millimeter pro Minute, in der Vagina können sie einige Stunden überleben, im Gebärmutterhals bis zu 7 Tagen, und an der Luft können Spermien je nach Umweltbedingungen (Licht, Temperatur, Feuchtigkeit) sogar länger als 24 Stunden überleben. Sobald das Ejakulat mit den Spermien jedoch trocknet, sterben diese ab und es kann keine Befruchtung mit diesem Sperma mehr stattfinden. Und noch ein paar Zahlen:

• Der pH-Wert des Ejakulats entspricht mit 5,5-8,5 jenem von Shampoo,
• die Spermienlänge beträgt 0,06 Millimeter,
• der Brennwert pro Ejakulat bewegt sich um die 5 kcal.

Die Samenflüssigkeit ist zudem durch die Spermien meist leicht salz- und proteinhaltig und enthält neben dem Hauptbestandteil Wasser noch verschiedene Hormone (Dopamin, Oxytocin, Östrogene) und Geruchsstoffe (Pheromone). Unter Ultraviolettstrahlung leuchtet Sperma bläulich – selbst Waschen befreit mit Sperma „verunreinigtes“ Gewebe nicht von der fluoreszierenden Eigenschaft, ein Umstand der besonders für die Gerichtsmedizin von Bedeutung ist.

Die Qualität des Spermas kann bei ein- und demselben Mann stark unterschiedlich sein. Es gibt eine Art „Tagesform“ bei Sperma, die mit Stress, Hodentemperatur, Ernährung, Medikamenten und Genussmittelkonsum zusammenhängt. Aber auch jahreszeitliche Unterschiede wurden von Forschern festgemacht. Eine Studie der University of Rochester in New York zeigte bei den Probanden, dass im Frühling eine relativ große Menge an Samenzellen produziert wurden, dafür in dieser Zeit aber defekte Spermien – möglicherweise als Folge der Kälte des Winters – besonders verbreitet waren. Der Sommer wiederum brachte die höchste Rate an unreifen Spermien hervor, wahrscheinlich durch die Hitze. Im Herbst gab es deutlich mehr Spermien mit missgebildetem Kopf. Womöglich war das im Herbst ejakulierte Sperma bereits in den warmen Sommermonaten gereift. Dafür ist die Beweglichkeit in dieser Jahreszeit am besten. Im Winter schließlich war die Gesamtmenge an Spermien am höchsten, in punkto Beweglichkeit belegte der Winter nach dem Frühling den zweiten Platz.

Angeblich kommt das „beste“ Sperma aus Finnland, wo 90 Prozent der Männer Spermien von höchster Qualität produzieren, doch in den letzten Jahren häufen sich wissenschaftliche Publikationen, die einen Rückgang der Spermienqualität bei Männern aus Industrieländern belegen. Die Ursachen für eine Abnahme der Spermienqualität und eine Zunahme an Erkrankungen und Fehlbildungen des männlichen Genitaltraktes können auf bestimmte Umweltfaktoren und auf soziale Faktoren zurückgeführt werden. Die sozial bedingten Ursachen umfassen etwa Alkohol- und Tabakkonsum, kürzere Abstinenzzeiten, Bekleidungsaspekte (z.B. Tragen enger Hosen) und Ernährungsfaktoren. Zu den Umweltfaktoren werden chemische und physikalische Einflüsse gerechnet.

Damit euch die Menge an Fakten um den Zaubersaft des Mannes nicht das Interesse raubt, haben wir einen kurzweiligen zweiten Teil zum Thema bereits in Vorbereitung. Dort erfahrt ihr dann, wie ihr euer Sperma mittels gesunder Ernährung auf Vordermann bringt, aber auch, was ihr zu euch nehmen müsst, um dem Partner eine orale Verwöhnung bis zum Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes „schmackhaft“ machen zu können.

Quellen:

¹ Institut für angewandte Toxikologie und Umwelthygiene Universität Oldenburg
² Men`s Health 2/2000

Linktipps:

– Sperma-Guide 2 – jetzt wird’s saftig
– Verführerische Sexualduftstoffe und luststeigernde Lebensmittel
– Vasektomie – Leitung gekappt
– Kavalierschmerzen
– Onanie – Selbstbefriedigung auf höchstem Niveau
– Bukkake – Gruppensex ohne Geschlechtsverkehr