Weintrauben – gesunder Genuss, sexy Frucht!

Weintrauben - gesunder Genuss, sexy Frucht!

Rot, gelb, grün, blau, rosé – groß, klein, süß oder eher sauer – Weintrauben allerorts, sie warten nur darauf, vernascht zu werden. Ein kulinarisches Highlight und die Basis für unsren geliebten Wein! Das Zugreifen lohnt sich in jedem Fall: In den kleinen Früchten steckt die gesammelte Kraft eines heißen Sommers – die Früchte sind wohlschmeckend und gesund. Auch so manches Erotikspielchen lässt sich mit ihnen bewerkstelligen.

Zur Geschichte der Traube

Die Weinrebe zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Erste Formen der Frucht soll es bereits vor 130 Millionen Jahren gegeben haben; im alten Ägypten sowie später bei den griechischen und römischen Hochkulturen ist die Kultivierung der Pflanze dann auch dokumentiert: Nicht nur war die Weintraube eine kulinarische Delikatesse, vielmehr wurde sie schon vor Jahrtausenden zur Weinerzeugung genutzt.

Die Griechen und die Römer hatten ihre eigenen Götter, die über den Wein und seinen Anbau wachen sollten: Dionysos und Bacchus. Die beiden waren im übrigen nicht nur für den Wein und die Trauben zuständig, sondern naheliegenderweise auch für Freude, Fruchtbarkeit, Ekstase – und, um der Wahrheit genüge zu tun, auch für Wahnsinn.

Botanik der Weintraube

Botanisch gehören die Trauben zu den Beeren – sie werden in zwei Gruppen eingeteilt: Die ‚Weintrauben‘ dienen der Weinerzeugung und sind kleiner, dickhäutiger und kerniger als die ‚Tafeltrauben‘, die wiederum für den frischen Verzehr besser geeignet sind.

Die Begriffe werden zwar meist synonym verwendet, aber Tatsache ist, dass rund 80% des weltweiten Traubenanbaus ‚Weintrauben‘ sind und zu – meist alkoholhaltigen – Getränken verarbeitet werden.

Insgesamt gibt es rund 16.00o verschieden Sorten; am weitesten verbreitet ist bei den roten Weintraubensorten ‚Cabernet Sauvignon‘, bei den weißen ‚Chardonnay‘. Die wichtigste Tafeltraube ist die Sultanine, die großteils zu Rosinen verarbeitet wird.

Weintraube: Power für Zellen und Immunsystem

Weintrauben enthalten reichlich Ballaststoffe – vor allem in Schalen und Kernen. Diese ‚putzen‘ uns von innen so richtig durch und stärken das Immunsystem. Der hohe Kaliumanteil der Frucht entwässert und reguliert den Wasserhaushalt des Körpers; die Fruchtsäure wirkt zusätzlich entschlackend und regt die Darmtätigkeit an.

Die beiden Inhaltsstoffen Resveratrol und OPC (oligomere Procyanidine) wirken sich positiv auf die Durchblutung aus und beugen so Herz- und Kreislauferkrankungen vor.

Der hohe Gehalt des Pflanzenstoffs OPC schützt zudem nachweislich vor Infektionskrankheiten und übertrifft als Zellschutzstoff sogar die Vitamine C und E um ein Vielfaches. Gleichzeitig kurbelt das OPC die Aufnahme der Vitamine im Körper an. Die Kombination von Resveratrol und OPC senkt zudem den Cholesterinspiegel.

Schon Hippokrates wusste um den Nutzen der kleinen Beeren und verordnete die ersten Traubenkuren; zwischen 1840 und 1919 erlebte die Traubenkur dann ihre Blütezeit. Hotspot für diese Art von Kur war und ist Meran – noch heute werden dort allherbstlich Traubenkuren der verschiedensten Ausprägungen angeboten.

Trauben machen schlank und schön

Traubenkuren eignen sich auch zum Abnehmen: Ein bis zwei Kilo (ungespritzte!!) Weintrauben pro Tag mit reichlich Wasser und (ungesüßtem) Früchte- oder Kräutertee entgiften nicht nur, man verliert auch Gewicht bei dieser ‚Diät‘. Allzu lange sollten Sie die ‚pure‘ Traubenkur aber nicht durchziehen, ist sie doch naturgemäß sehr einseitig.

Für eine längere, die ’normale‘ Nahrung ergänzende Traubenkur trinkt man am besten 14 Tage lang jeden Tag 1 1/2 Liter Traubensaft mit 2 Liter Mineralwasser zur einer reduzierten Kost, oder man isst eine Woche lang jeden Tag anstelle einer Mahlzeit 1/2 Kilo Trauben.

Trauben verlangsamen auch den Alterungsprozess verlangsamen, da die in ihnen enthaltenen freien Radikale Zellschädigungen vorbeugen. Besonders rote Trauben verfügen über interessante sekundäre Pflanzenstoffe, die die gesunde Lebensspanne verlängern und Krebs und Diabetes vorbeugen sollen.

Weintrauben sind kalorienarm, fettfrei und erfrischend – im Prinzip also ein guter, gesunder Snack für zwischendurch. Sie enthalten nur 70 Kalorien pro 100 Gramm, doch Achtung beim Zuckergehalt: Traubenzucker macht genauso dick wie normaler Haushaltszucker. Deswegen sollten Sie auch Weintrauben als Snack für zwischendurch nur in Maßen genießen.

Biotrauben sind den ‚Zucht-Trauben‘ natürlich vorzuziehen, aber das Waschen der Früchte (mit warmem Wasser) vor dem Verzehr, um sämtliche Rückstände zu entfernen, ist in jedem Fall anzuraten.

Tipp: die manchmal vorhandene stumpfe Schicht auf der Schale ist kein Hinweis auf Pestizide oder andere Spritzmittel. Vielmehr entsteht sie durch Tau beim Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht. Sie ist also gesundheitlich völlig unbedenklich.

Gut zu wissen: Weintrauben sind für die meisten Tiere ungiftig. Bei einigen Hunderassen kommt es jedoch schon bei Aufnahme von 10 Gramm Beeren pro Kilogramm Körpermasse zu einer Weintraubenvergiftung mit einer Sterblichkeitsrate bis zu 50 %! Dies gilt nicht nur bei frischen Trauben, sondern auch beim Verzehr von Rosinen!

Kulinarische Verarbeitung

Die süßen Früchte lassen sich zu Wein, Traubensaft, Traubengelee und vielen anderen Köstlichkeiten verarbeiten. Sie dienen als Belag für Kuchen und Torten, aus ihren Kernen kann man Mehl und Öl machen – und man kann die Früchte auch einfach in 0815 Eiswürfelbehältern (mit)einfrieren um sie als süsse Eiswürfel in der Bowle, im G’spritzen oder in der Schorle zu verwenden.

Bräuche rund um die Traube

Wer schon mal in Spanien Silvester gefeiert hat, kennt sicher diesen Brauch: Bei jedem der zwölf Glockenschläge um Mitternacht des letzten Tages des Jahres muss eine der kleinen Beeren im Mund landen – und dazu darf man sich was wünschen, das dann im nächsten Jahr in Erfüllung gehen wird.

Ebenfalls ein alter Brauch, oder vielmehr eine Notwendigkeit bei der Weinerzeugung: das Trauben-Stampfen. In manchen Regionen wird diese traditionelle Methode heute wiederbelebt: das Stampfen mit den nackten Füssen in riesigen Bottichen wird mancherorts wieder als großes Fest zelebriert – kulinarische Schmankerln, musikalische Untermalung, guter Wein… ein sehr archaisches Vergnügen!

Let’s talk about Sex…

Bacchus und Dionysos waren nicht nur Götter der Trauben und des Weins sondern auch der Freude, des Rausches und der Ekstase – also let’s talk about Sex! Trauben sind ein Aphrodisiakum – aber nicht nur das! Sie haben auch die richtige Konsistenz und Größe, um beim Liebes(Vor)spiel von Mund zu Mund gefüttert zu werden.

Auch das Hineinbeissen in die Frucht und der darauf folgende Austritt der köstlichen Süsse – manchmal auch richtig spritzend – kann die Sinne und die Phantasie anregen.

Apropos: die roten oder grünen Beeren haben nicht nur die richtige Größe, für die ‚Mund zu Mund Fütterung‘ – auch andere Körperöffnungen sind ausgesprochen gut dazu geeignet um die süsse Frucht aus ihnen zu naschen – man denke nur an den Bauchnabel :-)..…. Und was man alles mit Eiswürfeln – mit oder ohne Weintrauben – anstellen kann, haben wir Ihnen ja schon in anderen Artikeln erzählt…

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