Seychellen – ein Stück vom Paradies

Seychellen - ein Stück vom Paradies

Durchschnittstemperaturen um die 30 Grad, Autoverkehr auf nur drei Inseln – das allerdings bei Linksverkehr – kein Schienenverkehr und als erstes Land der Erde Naturschutz in der Verfassung verankert – von welchem Land sprechen wir hier? Richtig – es geht um die Seychellen! Der kleiner Inselstaat inmitten des indischen Ozeans, geographisch zu Afrika gehörend, zählt mit einem Anteil von 58,61% naturgeschützter Gebiete an der gesamten Landfläche weltweit sicher zu den schönsten und unberührtesten Flecken Erde.

Die Seychellen haben einiges zu bieten: Tolle Strände, einzigartiges Kolonialerbe, gute Küche, Riesenlandschildkröten, den letzten überlebenden flugunfähigen Vogel des indischen Ozeans namens ‚Weißkehlige Ralle‘, seltene Meeresschildkröten die zur Eiablage an Land kommen, den größten Flughund mit über 1 Meter Flügelspannweite… – und die berühmte Seychellennuss, die „Coco de Mer“. Diese Nuss lässt auch unbedarfte Gemüter ohne Zweifel sofort an einen wohlgeformten üppigen Frauen Popo denken – man kann einfach nichts anderes assoziieren!

Fauna Flora & Küche

Die ursprüngliche Vegetation der Inselgruppe wurde mit zunehmender Besiedlung und dem Ausbau des Tourismus zwar etwas zurückgedrängt, die an ihrer Stelle gepflanzten Kulturpflanzen repräsentieren aber das Beste was Asien und Afrika zu bieten haben: Der Mehrzahl tropischer Frucht- und Nutzpflanzen gefällt das Klima auf den Seychellen und sie gedeihen prächtig: Bananen, Guaven, Zitronen, Orangen, Avocados, Ananas, Papayas, Mangos, Passionsfrüchte, Sternfrucht, Zuckerrohr, Brotfrüchte, Zitronengras, Zimt, Vanille, Pfeffer, Muskat,.. hier fühlen sich exotische Früchte und Gewürze ebenso heimisch wie Auberginen, Reis, Mais und traditionelle Kokospalmen, die in der Küche verwendet werden und mit Kopra noch immer den Hauptexportartikel des Landes liefern.

Die seychellische Küche ist noch stärker als die kreolische Küche inspiriert von der ethnischen Vielfalt der hier lebenden Menschen – sie ist einerseits bodenständig und von Reis- und Fischgerichten bestimmt, aber sie bietet auch Überraschungen. Jede hier lebende Bevölkerungsgruppe hat Elemente ihrer eigenen Kochkunst mitgebracht. Asiatische, afrikanische, indische, britische und französische Einflüsse verschmelzen hier und das Ergebnis ist überaus wohlschmeckend! Seychellische Köche würzen nur selten stark, vielmehr werden Gewürze wie Gelbwurz, Minze, Knoblauch, Nelken, Zimt, Ingwer, Minze, Pfefferoni, Kardamom und Muskat zu harmonischen Kombinationen zusammengestellt. Auch Curries, wie man sie aus Indien kennt, sind sehr beliebt auf den Seychellen.

Tourismus exquisit

Der Tourismus auf den Seychellen ist exklusiv und das Angebot richtet sich vor allem an ein zahlungskräftiges Publikum. Die Angebote der 5-Sterne-Ressorts und die Möglichkeit, ganze Inseln mit allem drum und dran zu mieten, spricht die Reichen und Schönen dieser Welt an. Die Seychellen sind aber (auch noch?) für die Mittelschicht erschwinglich und jedenfalls eine Reise wert – vorausgesetzt man steht nicht auf große Hotelkomplexe und Anlagen, sondern mag es lieber familiärer: Die meisten erschwinglichen Unterkünfte sind kleine Gästehäuser und Apartmenthäuser, sowie Hotels mit nur 5 bis 30 Zimmern.

1972 wurde der internationale Flughafen in Betrieb genommen und der Tourismus wurde zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Seychellen. Jährlich besuchen rund 130.000 Touristen die Inseln – mehr als das Land Einwohner hat: Aktuell leben rund 90.000 sogenannte Seychellois auf den 115 Inseln, davon 73 reine Koralleninseln ohne Granitgestein. 90% der Einwohner sind Nachfahren französischer Siedler und deren afrikanischer Arbeitssklaven, daneben existiert eine Minderheit mit rein europäischer Abstammung, sowie kleine chinesische und indische Minderheiten. Gesprochen wird kreolisch, auch Seselwa genannt und auf dem Französischen basierend. Amtssprachen sind neben dem Seychellenkreol aber auch Englisch und Französisch.

Tatsächlich gibt es auf der Insel keinerlei Schienenverkehr und auch Autos fahren nur auf den Inseln Mahé, Praslin und La Digue. Fahrrad und Eselkarren sind allgegenwärtig, Fähren und kleine Boote zwischen den Inseln ein Hauptverkehrsmittel und für betuchte Kunden sind auch Hubschrauberflüge eine Möglichkeit zum ‚Inselhopping‘.

1a Strände und mehr

Mancherorts wird behauptet, die Seychellen hätten die schönsten Strände der Welt. Das wollen wir weder bestätigen noch bestreiten, sind Geschmäcker doch verschieden, was wir aber ganz sicher wissen, ist, dass sich hier einer der bekanntesten Strände weltweit befindet. Der Strand von Anse Source d’Argent wurde bekannt durch Werbespots u.a. von Bacardi und Rafaello und flimmert seit Jahrzehnten über Millionen Fernsehschirme weltweit. Er befindet sich übrigens auf der viertgrößten Insel der Seychellen, auf La Digue.

Wer sich jedoch nur zum Baden an den Strand legt, versäumt einiges und hätte nicht soweit reisen müssen. Also auf zur Entdeckungstour! Zur Erkundung von Fauna und Flora empfiehlt es sich, geführte Touren zu buchen und festes Schuhwerk mit zu nehmen – die höchsten Erhebungen der Seychellen sind immerhin rund 900 Meter hoch und nicht mit Badeschlapfen zu bezwingen.

Um die geheimnisvollen Mangrovenwälder auf sich wirken zu lassen schlagen wir eine Bootsfahrt vor – am Besten in der Morgendämmerung um das Erwachen im Urwald auch akustisch zu erleben! Darüber hinaus gibt es einzigartige Fisch- und Tauchgründe auf dem traumhaften Archipel.

Mahé – Victoria und Umgebung

Die Hauptinsel der Seychellen ist 28 km lang, 8 km breit und mit 154,7 km² die größte der 15 dauerhaft bewohnten Inseln der Seychellen. Hier wohnen 90 % der Bevölkerung, und ein Drittel, also rund 25.000 der Seychellois, wohnen im urbanen Zentrum der Insel, der Hauptstadt Victoria. Die Hauptstadt ist nicht pompös, aber interessant und eine Besichtigungstour allemal wert. Französischer und britischer Einfluss sind unübersehbar und eine charmante Mischung! Die Seychellen wurden übrigens 1609 von den Briten entdeckt, blieben aber bis zu einer französischen Expedition im Jahre 1742 unbesiedelt. Der französische Einfluss blieb dann bis 1814 bestehen, bis die Inselgruppe von den Engländern annektiert wurde und bis zur Unabhängigkeit der Seychellen im Jahr 1976 Teil des Britischen Weltreichs blieb.

An die englische Kolonialzeit erinnern zum Beispiel das Postamt und das Gerichtsgebäude der Hauptstadt, Wahrzeichen der Stadt ist der „Little Big Ben“, ein Uhrturm nach Londoner Vorbild. Absolut sehenswert ist auch der farbenprächtige Fisch-, Obst- und Gewürzmarkt und wenn man schon in Victoria ist, sollte man unbedingt den St. Anne Marine National Park aufsuchen und den einzigartigen Riesenschildkröten einen Besuch abstatten.

Der bekannteste aber zugleich touristischste Strand auf der Hauptinsel Mahé ist die Bucht von Beau Vallon im Nordwesten der Insel. Von hier führt die Panoramastraße Sans Souci Road durch die üppig grüne Natur des Morne-Seychellois-Nationalparks, dem sie ebenfalls eine Besuch abstatten sollten.

Praslin

Mit der Fähre kann man von Mahé zur Insel Praslin fahren, der zweitgrößten Insel des Archipels, berühmt vor allem wegen des ‚Anse Lazio‘, einem der schönsten Strände der Seychellen. Von Praslin aus kann man per Helikopter weitere Eilande erreichen.

Auf Praslin und der kleinen Schwesterinsel Curieuse stehen auch die einzigartigen ‚Coco de Mer‘, etwa 4000 sagenumwobene Nusspalmen, die nirgends anders auf der Welt gedeihen. Dieser „Palmenwald“ gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Coco de Mer Palmen können bis zu 800 Jahre alt werden und tragen erst nach ca. 100 Jahren die ersten Früchte. Die von ihrer Form her ausgesprochen markante Frucht der Seychellenpalme gilt als weltweit größte Kokosnussart.

Coco de Mer – eine Frucht für die Erotik-Sammlung

Die Palme und ihre einzigartige Frucht sind sagenumwoben: In stürmischen Nächten, so die Mär, feiern die Meeresnusspalmen Hochzeit. Die männlichen Palmen, deren Blütenstand aussieht wie ein meterlanger Penis, paaren sich mit den weiblichen Palmen, und ihre Samen gleichen einem mächtigen Frauen-Schoß – oder Frauen Popo – da gehen die Meinungen auseinander!

Wer beim Geschlechtsakt der Palmen zusehe, so heißt es weiter, müsse aber sterben. Tatsächlich ist bis heute noch nicht gänzlich geklärt, ob Wind, Eidechsen oder Insekten bei der Befruchtung ‚helfen‘. Die schlanken Meeresnusspalmen wachsen jedenfalls majestätisch und meist senkrecht in die Höhe und es scheint fast, als wären sie stolz darauf, ihr Geheimnis zu wahren und die größten Samen im Pflanzenreich zu tragen.

Die sagenhafte Nuss war jahrhundertelang beliebt bei den Reichen und Mächtigen der Welt. Doch lange wusste man nicht, woher sie eigentlich kam und wo sie wuchs. Meistens wurde sie einfach an Küsten angeschwemmt und lange glaubte man – deswegen auch ihr Name – dass sie unter Wasser wüchse. Coco de Mer Nüsse waren lange Zeit eine wertvolle Handelsware. Angeblich waren die Mächtigen der Welt bereit, bis bis zu 70.000 Euro nach heutigem Wert für die ‚erotische Nuss‘ zu bezahlen.

Erst 1768 drangen die ersten Entdecker ins Innere von Praslin vor und sahen, dass auch die sagenumwobene Coco de Mer schlicht an einer Palme wuchs. Der der Entdeckung folgende intensive Handel mit der Erotiknuss führte allerdings fast zu deren Aussterben und es grenzt fast an ein Wunder, dass die Seychellenpalme nicht ausgerottet wurde.

Apropos Coco de Mer: Wir haben eine heißen Tip für Ihren nächsten Londonbesuch: Coco de Mer ist der Name einer entzückenden Sex Boutique in Covent Garden – immer wieder einen Besuch wert!

North Island – eine der exklusivsten Privatinseln der Welt

Man wird ja noch träumen dürfen, falls man die EUR 3000 pro Person und Tag gerade nicht parat hat… Im Herzen der Seychellen gelegen liegt ein wahrlich außergewöhnlicher Urlaubsort: North Island. Unverhohlener„Barfußluxus“, maßgeschneidertes Service, Ungestörtheit und Exklusivität – so lässt sich der Ort mit wenigen Worten treffend beschreiben.

Andererseits: eigentlich nicht mehr als drei Hügel, viel Urwald und Strand – und doch eines der exklusivsten Urlaubsziele der High Society. Brangelina, das britische Traumpaar Kate und William sowie George Clooney und seine schöne Amal haben hier schon geurlaubt. Doch selbst wenn sie gleichzeitig dort waren, sind sie sich womöglich nicht einmal über den Weg gelaufen: 11 Villen, für jeweils zwei Gäste auf je 400 Quadratmetern mit jeweils privatem Strand und Pool – wer Zweisamkeit sucht, kann hier ungestört urlauben! Gegessen wird in der privaten Villa nach Ihren Vorgaben oder Sie vertrauen den Kreationen des Küchenteams, oder auf der Piazza oder an der Beachbar oder direkt am Strand, oder bei einem Picknick im Grünen, oder… sagen Sie einfach was Sie wünschen, und Ihrem Wunsch wird entsprochen – einer der 150 Bediensteten der Insel hat sicher immer Zeit auch noch den ausgefallensten Wunsch zu erfüllen.

North Island ist ein Zufluchtsort für Menschen, die sich immer alles leisten können, und doch meist etwas Wesentliches vermissen: nämlich Privatsphäre. Die Insel bietet eben das – unbezahlbare Ungestörtheit. North Island, 30 Kilometer von Mahé entfernt, kann nur mit dem Hubschrauber erreicht werden. Flüge über die Insel, um Paparazzi-Fotos zu schießen, sind verboten, und auch verdächtige Boote vor der Insel werden – wenn der Hotelmanager oder seine Gäste dies wünschen – von der Küstenwache überzeugt, dass sie besser wieder abfahren.

Nun denn – ein bißchen sparen und einem ungestörten Urlaub steht nichts mehrim Wege…


[abo]

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