Gozo – Maltas kleine Schwester

Gozo

Malta ist klein – Gozo ist noch kleiner. Und dennoch ist die Insel in jedem Fall eine Reise wert! Manche meinen sogar, das kleine Eiland erinnere an das Südfrankreich der späten Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Gozo ist ohne Zweifel ein lohnenswertes Ziel – vor allem Nostalgiker, die Urlaub abseits von Ballermann und Mainstream suchen, werden hier wunderschöne Tage verbringen.

Gozo – Idylle pur

Kleine Dörfer mit überdimensionierten Kathedralen, Häuser mit hellen Kalksteinfassaden und hübsch gedrechselten Balkongeländern, Glockentürme, felderumrandende Steinmauern – und Straßen mit unzähligen Schlaglöchern.

Gozo ist urig und beschaulich – die größte Attraktion hat die Natur hier selbst geschaffen. Das „Blaue Fenster“ ist ein 20 Meter hoher vom Meer umtoster Felsen mit einem erodierten Torbogen – wie von Menschenhand erbaut.

Gozo wurde vor rund 7.000 Jahren erstmals besiedelt – die ersten Bauern kamen aus Sizilien nach Gozo und zunächst spezialisierte man sich auf Salzgewinnung – noch heute ist das ‚weiße Gold von Gozo‘ legendär. Im Norden der Insel bei Qbajjar gibt es bis jetzt die typischen flachen Becken zur Salzgewinnung zu bewundern.

Sehenswürdigkeiten auf Gozo

Gozo ist idyllischer als Malta – urbanes Flair fehlt der kleinen Insel aber gänzlich! Die Bootsfahrt über den Comino-Kanal zwischen der Hauptinsel Malta und ihrer kleinen Schwesterinsel ‚beamt‘ einen nahezu vom hektischen, großstädtischen Lebensstil, der weite Teile Maltas bestimmt, in das verschlafene Gozo – und damit in eine gänzlich andere Welt – so hat man zumindest den Eindruck.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Gozo:

Die Calypso Cave ist eine kleine Grotte, die der Nymphe Kalypso und ihrem Geliebten Odysseus als Liebeslager gedient haben soll. Wunderschöner Ausblick über Ramla Bay.

Ramla Bay ist wohl der schönste Sandstrand an der Nordküste, berühmt auch für seinen roten Sand.

Dwerja Lake, an der Westküste von Gozo, hat sich seinen Weg durch einen Tunnel ins Festland gebahnt und bildet hinter einer Felsbarriere einen kleinen idyllischen Binnensee mit zahlreichen malerischen Fischer-Bootsschuppen – ein einmaliges Fotomotiv!

Etwas südlich vor der Küste ragt dann der berühmte Fungus Rock beeindruckend aus dem Meer empor.

Der Tempelkomplex von Ggantija gilt als eine der besterhaltenen Kultanlage aus der Jungsteinzeit und auch die Zitadelle von Victoria, Überbleibsel einer arabischen Bastion, ist einen Besuch wert.

Die gozitanische Küche – ein kulinarischer Traum an Vielfalt

Die kulinarischen Aspekte eines Maltaurlaubs sind allemal eine Erwähnung wert. Die Nationalküche ist eine gelungene Mischung griechischer und italienischer Küche mit nordafrikanischen, britischen und ägyptischen Einflüssen – in dieser geschmacklichen Vielfalt wahrlich einzigartig!

Während man auf der Hauptinsel Malta auch viele internationale Restaurants findet, ist die Küche in Gozo noch originaler und stärker auf den ursprünglichen Geschmack der Gozitaner abgestimmt.

Besondere Spezialitäten auf den kleinen Inseln sind verschiedenste Gemüse – „Haxix“ genannt, Kaninchen und der Lampuka-Fisch.

Lampuka ist Maltas beliebtester Fisch, aber nur im September und Oktober erhältlich. Er wird zusammen mit Knoblauch, Tomaten, Zwiebeln und Kapern gedünstet oder im Teigmantel gebacken.

Fenkata
ist das ortstypische Kaninchenmenü. Als Vorspeise gibt‘s Teigwaren, meist Spaghetti, mit Kaninchensoße; als Hauptgericht wird Kaninchen in Rotweinsoße und zartem gedünstetem Gemüse kredenzt.

Imqaret ist eine typische Süssspeise der Inselgruppe: frisch in Öl ausgebackene Teigtaschen mit dunkler Anis-Dattelmasse gefüllt.

Doch auch Gozo selbst hat seine eigenen Spezialitäten. Erwähnenswert sind jedenfalls:

Ġbejna ist ein typisch gozitanischer Käse aus Schafs- oder Ziegenmilch

Ftira ist gozitanisches Fladenbrot mit Tomatenmark bestrichen und mit Thunfisch, Gemüse und Gbejna gefüllt

Was tun auf Gozo?

An der Küste entlang, oberhalb der Salzpfannen, führen idyllische Wanderpfade durch Blumenfelder – typisch für Gozo sind die Farben gelb, rot und weiß der Mohn- und Margeritenfelder. Abzweigende Pfade führen Sie zu Fuß oder mit dem Rad über Stock und Stein in idyllische, menschenleere Badebuchten, die sich auch hervorragend zum Tauchen eignen.

Besonders Liebhaber von Seepferdchen und Skorpionfischen werden hier ihr Glück finden, aber auch Kletterer und Pferdeliebhaber kommen in Gozo auf ihre Kosten.

Die kleine Insel entwickelt sich immer mehr zum Trendziel für Aktivurlauber. Wir haben für Sie im Detail recherchiert, was Gozo in Sachen Sport zu bieten hat:

Radfahren
Gozo bietet landschaftlich interessante, eher anspruchsvolle Radtouren. Es gibt verschiedene Routen, die entlang von ruhigen Straßen durch malerische Dörfer, aber auch über felsige Hügel und steile Klippen zu historischen Stätten führen.

Mountainbiking auf Gozo ist auch in den milden Wintermonaten von Oktober bis Mai sehr reizvoll – die Insel bleibt auch über den Jahreswechsel grün und betört durch ihren einzigartigen, herben Duft.

Wandern
Natürlich sind auch Wanderungen auf Gozo lohnenswert und aufgrund des besonderen Charmes der Insel eine Empfehlung wert. In den Wintermonaten von Oktober bis Mai ist Gozo zudem ein ideales Reiseziel für Ornithologen und alle, die es noch werden wollen, überwintern doch verschiedene Vogelarten auf dem maltesischen Archipel.

Klettern
Die einzigartige, felsig-zerklüfftete Landschaft Gozos macht die Insel zu einem wahren Kletterparadies. Die unterschiedlich anspruchsvollen Routen liegenjeweils max. 15 Minuten Autofahrt auseinander und bieten faszinierende Möglichkeiten für Anfänger und Fortgeschrittene.

Reiten
Egal, ob Sie lieber ruhig vor sich hin traben möchten oder ein erfahrener Reiter sind, die Reitställe auf Gozo werden ein für Sie passendes Pferd zur Verfügung stellen und unvergessliche Ausritte – mit oder ohne Begleitung – organisieren. Auch Kutschenfahrten werden angeboten.

Tauchen
Gozo ist ein Traumziel für Taucher. Nirgendwo anders finden Sie so vielfältige Tauchziele auf so kleinem Raum. Die Unterwasserlandschaften sind faszinierend, der Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt überwältigend. Zudem finden Sie beinahe ganzjährig ideale Bedingungen zum Tauchen vor – zumindest wenn Sie nicht besonders kälteempfindlich sind – oder entsprechend ausgerüstet.

Baden und Wassersport
Die Strände der Insel laden von Frühling bis Herbst zum Baden ein, und auf den größeren Stränden werden auch typische Wassersportarten, wie Wasserski, Tretboot- oder Kanufahren, Banana Riding, etc. angeboten.

Sie sehen: Gozo, das auch für sein tolles Angebot an Agrotourismus berühmt ist, ist zwar nur 67 qkm groß, hat aber einiges zu bieten. Bei einer Gesamtküstenlinie von 43 Kilometern misst die kleine Insel an ihrer längsten Ausdehnung lediglich 14 Kilometer – und dennoch können Sie hier einen wunderbar abwechslungsreichen Urlaub – und zwar das ganze Jahr über – verbringen. Und lassen Sie sich nicht täuschen – obwohl die höchste Erhebung mit 195 Metern wenig spektakulär erscheint, haben es einige Klettertouren ganz schön in sich!

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