Reunion – französisches Paradies im indischen Ozean

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Loading...La Reunion

Reunion ist wohl eine der landschaftlich abwechslungsreichsten Inseln dieser Welt. Die 2.512 qm große Insel mitten im indischen Ozean liegt zwischen Madagaskar und Mauritius. La Réunion hat rund 850.000 Einwohner und ist neben der landschaftlichen Schönheit vor allem für seinen Gewürzreichtum bekannt. Die Insel ist ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen – entsprechend abwechslungsreich ist auch die Küche. Aber nicht nur Gourmets, auch Abenteurer, Naturliebhaber und Sonnenanbeter kommen auf ihre Rechnung. Das französische Überseedepartement beherbergt etliche Nationalparks mit weißen und schwarzen Traumständen, Vulkanlandschaften, wilde Gebirge und einen unglaublichen Artenreichtum.

Reunion gehört zu Frankreich

Reunion ist wohl Frankreichs schönste tropische Insel. Das macht das Inselparadies mitten im Indischen Ozean zwar nicht gerade zu einer billigen Urlaubsdestination, die politische Zugehörigkeit zu Frankreich und damit zur Europäischen Union hat aber auch Vorteile. So ist für die Reise kein Visum zu beantragen und Flüge gelten von Frankreich aus als Inlandsflüge und sind „relativ“ preiswert. Auch lästige Wechselkurse sind nicht zu berücksichtigen, wird auf der Insel doch mit Euro bezahlt.

La Réunion war zwei Jahrhunderte unbewohnt, obwohl die Insel bereits im 15. Jahrhundert entdeckt wurde. Erst ab dem 17. Jahrhundert wurde das tropische Kleinod sukzessive von französischen Seefahrern kolonialisiert. Man schätzte vor allem den Gewürzreichtum der Insel, denn Gewürze waren damals ein ausgesprochen wertvolles Handelsgut. Zuckerrohr und Vanille, die auf der Insel hervorragend gedeihen, waren ganz besonders teuer.

Die französischen Kolonialherren bewirtschafteten die Plantagen mit Sklaven aus Indien, Ostafrika und Madagaskar und kamen so zu beachtlichem Reichtum. Noch heute zeugen manche Kolonialvillen von den prosperierenden Zeiten. Nach Abschaffung der Sklaverei kam es rasch zu einer Durchmischung der verschiedensten Ethnien. Das besonders buntes „Völkergemisch“ mit seinen unterschiedlichen kulturellen Wurzeln macht bis heute den einzigartigen Charme der zauberhaften Insel aus.

Wanderurlaub auf Reunion

La Réunion ist relativ jung – erst vor ungefähr drei Millionen Jahren ist die Insel bei einem Ausbruch des unterirdischen Vulkans Piton des Neiges entstanden. Dieser erloschene Vulkan prägt neben dem aktiven Piton de la Fournaise den Charakter der Insel.

Piton de la Fournaise ist einer der aktivsten Vulkanen der Welt und eine Top-Sehenswürdigkeit. Wenn der Vulkan gerade aktiv ist kann man glühend heiße Lavaströme, die sich bergab Richtung Küste bewegen, beobachten. In den inaktiven Phasen des Vulkans kann der nicht weniger beeindruckende Krater, auch „Caldera“ genannt, besichtigen.

Eine Wanderung zu dieser Caldera, ist absolut empfehlenswert – vorausgesetzt die Aktivität des Vulkans erlaubt eine solche. Man geht entlang erhärteter Lavaströme vergangener Ausbrüche und glaubt sich in einer anderen Welt, so bizarr erscheint bisweilen die Landschaft – ein wahrlich einmaliges Erlebnis! Auch ein Besuch der „Nôtre Dame des Laves“, einer am Fuss des Vulkans gelegenen Kirche, vor deren Tür der Lavastrom zum Stoppen kam, zählt zu den absoluten „musts“ wenn man auf der Insel weilt.

Überhaupt ist La Reunion ein Paradies für Wanderer! Es gibt herausfordernde Strecken, aber auch ungeübte Wanderer können die traumhafte Vulkaninsel im indischen Ozean auf vielen gut ausgebauten Wanderwegen erkunden. Wir empfehlen aber in jedem Fall gutes Schuhwerk und regenfeste Kleidung, denn das Wetter kann auf der tropischen Insel rasch umschlagen.

Der Kratersee & Cap Noir

Zwei weitere Ziele, die einen Ausflug wert sind: Réunions einziger Kratersee Grand Bassin und der zauberhafte Aussichtspunkt Cap Noir.

Grand Bassin befindet sich ziemlich im Zentrum der Insel. Der See wird von mehreren Wasserfällen gespeist – ein unglaubliches Naturspektakel! Aber schon am Weg zum Kratersee kommen Wanderer voll auf ihre Kosten: außerirdisch anmutende Felsformationen, grüne Täler, die wie Almen wirken und tiefe Schluchten wechseln einander ab So erlebt man in kürzesten Abschnitten unterschiedlichste Vegetationen und wird mit einmaliger Farben- und Artenvielfalt belohnt. Diese Tour ist übrigens auch für ungeübte Wanderer leicht zu bewältigen, geht man doch nur rund 2 Stunden.

Ebenfalls eine sehr schöne Wanderung führt zum höchsten Berg der Insel. Der 3071 Meter hohe Vulkan Piton des Neiges ist nicht mehr aktiv und wie so viele erloschene Vulkane sehr fruchtbar und wunderbar grün. Am Weg zum Gipfel kommt man zudem durch etliche kleine Bergdörfchen – eines bezaubernder als das andere.

Dennoch wollen wir eines besonders hervorheben: Hell-Bourg. Das kleine Städtchen, in dem sich bunte Kolonialhäuschen umrankt von üppiger Blütenpracht aneinanderreihen eignet sich zudem perfekt als Ausgangspunkt für viele Wanderungen.

Reunions weiße und schwarze Strände

La Réunion verfügt über insgesamt 200 Kilometer Küste. 30 Kilometer davon eignen sich hervorragend zum Baden. L`Etang-Salé-les-Bains an der Westküste La Réunions verdient wegen seines schwarzen Sandes aus Vulkangestein besondere Erwähnung. Aber auch wer es lieber traditionell mag und weiße Strände bevorzugt wird nicht enttäuscht werden.

La Reunion bietet eine Vielzahl an Bademöglichkeiten. Einige davon weisen allerdings starke Strömungen und hohen Wellengang auf. Doch was die Schwimmer vielleicht weniger freut, macht die Wassersportler glücklich. Kiter und Windsurfer kommen auf der tropischen Insel voll auf ihre Rechnung. Auch Taucher schätzen die atemberaubende Unterwasserwelt. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass in diesen Gewässern auch viele Haiarten unterwegs sind – nicht alle gefährlich, aber Vorsicht ist allemal besser als vom Hai gebissen zu werden!

Ebenfalls vor Réunions Küsten möglich: whale watching. Viele Walfamilien schätzen das warme tropische Wasser der Insel und tauchen in regelmäßigen Abständen an der Küste der Insel auf.

Fauna und Flora

Doch auch an Land gibt es spannende Tiere zu beobachten: Ornithologen lieben die Vielfalt zumal etliche Vogelarten ausschließlich auf La Réunion beobachtet werden können. Besonders beliebt sind die recht zahmen Maskarenen-Paradiesschnäpper oder die weißen Brillenvögel.

Weitere beliebte Fotomotive sind die in den Jardin des Parfums et des Epices ansässigen Chamäleons, die blitzschnell ihre Farbe ändern und sich ihrer bunten Umgebung unglaublich schnell anpassen um sich zu tarnen – in dem farbenreichen Garten ein ganz besonderes Schauspiel.

Reunion ist aber auch als Gewürzinsel bekannt. Die bekanntesten Gewürze sind ohne Zweifel Vanille und Zuckerrohr. Zuckerrohr Plantagen findet man so gut wie überall auf der Insel, und neben dem beliebten klebrigen Sirup, der aus den Zuckerrohrstangen produziert wird, gibt es noch ein weiteres Produkt auf Basis von Zuckerrohr, das sich großer Beliebtheit erfreut: der Zuckerrohrschnaps. Das stark alkoholische Getränk trinkt man auf Réunion zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen – es ist fester Bestandteil der kreolischen Kultur.

Eine weitere Köstlichkeit der Insel ist Vanille, die hier zwar auch nicht billig, aber immer noch günstiger als in Europa und damit ein begehrtes Mitbringsel ist. Immerhin 30 Tonnen Bourbon Vanille werden jedes Jahr auf der Insel produziert und großteils exportiert.

Was Sie noch über Reunion wissen sollten

Von Mai bis November, also im subtropischen Winter, hat es an den Küsten rund 25 °C und im Landesinneren rund 15 °C. Im „Sommer“, also von Dezember bis April, kann es an den Küsten auch mal 35 °C haben – im Landesinneren nur rund 10 Grad weniger. Die Wassertemperaturen schwanken zwischen 22 und 28 Grad.

Das Klima der Insel ist tropisch und lädt ganzjährig zum Wandern und Sonnenbaden ein. Allerdings sollte man in neun von 12 Monaten mit Zyklonen rechnen. Lediglich von Oktober bis Dezember gibt es Entwarnung vor den tropischen Stürmen, die Wind, Regen und hohen Seegang mit sich bringen können.

Dennoch gilt als beste Reisezeit vor allem für Wanderer der Zeitraum von Mai bis November – da ist es nicht so brütend heiß wie im Rest des Jahres.

St.Denis, die Hauptstadt von La Réunion hat. ca. 145.000 Einwohner und liegt im Norden der Insel. Der größte Flughafen, der verkehrstechnisch – auch öffentlich – gut erschlossenen Insel heißt „Roland Garros“. Es gibt tägliche Flugverbindungen via Paris.

Auf La Réunion spricht man französisch, in manchen Regionen auch kreolisch. Kreolisch ist ein in der Kolonialzeit entstandener Mix aus Altfranzösisch sowie anderen Sprachen der bunten Bevölkerung der Insel. In den Touristen Zentren kommt man aber auch mit Englisch gut durch.

Fotocredit: pixabay.com

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