SchönheitsWAHN

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Schönheitsoperationen, Sucht

Wenn Schönheit zur Droge wird ...

Schöne Menschen sind erfolgreich, schöne Menschen sind gesund, schöne Menschen sind beliebt – solche und ähnliche Botschaften transportiert die Werbeindustrie unentwegt, um Produkte und Dienstleistungen an die Frau oder den Mann zu bringen.

Auch wenn die Darstellungen makelloser Körper nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun haben – die Methode funktioniert nachweislich. Wir kaufen gerne Waren, die uns von schönen Menschen angepriesen werden, wir glauben dadurch selbst zur Gruppe der Attraktiven und Schönen zu gehören. Doch was, wenn das Streben nach Schönheit krankhafte Züge annimmt?

Bauch, Bein, Po

Was oftmals harmlos anfängt, endet manchmal fatal. Wer von uns kennt es nicht, gerade zu Beginn der warmen Jahreszeit wollen wir das eine oder andere Pfund zu viel um die Hüften verlieren, je schneller desto besser. Doch was sich im Laufe von Monaten angesammelt hat, lässt sich nicht innerhalb von wenigen Tagen loswerden. Zumindest nicht auf natürlichem Weg, sprich: durch gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Sport. Aber glücklicherweise bietet die sogenannte ästhetische Medizin so manchem von uns seit einigen Jahren verlockende Alternativen.

Schönheits-OPs haben längst Einzug in den Alltag gehalten und sind kein Privileg der High Society. Traf man sich früher zur Tupperware-Party, sieht man sich heute beim Botox-Clubbing, lässt sich nebenbei auch gleich die Lippen aufspritzen und informiert sich über die neuesten Trends beim Facelifting.

Klingt überzeichnet, ist es aber nicht. Selbst ganz junge Mädchen hegen bereits den Wunsch nach Korrekturen ihrer vermeintlichen “Fehler”. Da bekommen unglückliche Teenager von Mutti zum Abi einen größeren Busen geschenkt und hoffnungsfrohe Jungmodels sparen auf eine Nasenkorrektur, Bausparen war gestern.

Während also immer weniger Leute Lust auf schweißtreibende Fitness- und Workout-Einheiten haben, scheint die Schönheitschirurgie hingegen zu boomen. “Bauch, Bein, Po” mag früher einmal ein begehrtes Angebot in trendigen Fitnesstempeln gewesen sein, heute entspricht es eher der Reihenfolge an künstlichen Eingriffen bei Menschen, die krankhaft Schönheitsidealen nachjagen.

Süchtig nach Schönheits-OP’s: Lolo Ferrari, Maria Geronazzo, Jocelyn Wildenstein

Vielleicht ist es der mittlerweile einfache Zugang, vielleicht auch die immer niedrigeren Kosten, fest steht, dass immer mehr Frauen (und Männer) bereit sind medizinische Eingriffe vornehmen zu lassen, um ästhetische Defizite zu korrigieren. Fettabsaugung, Bruststraffung und Korrektur der Augenlider erfreuen sich enormer Beliebtheit, bedenklich ist aber, dass die Zahl derer, die es nicht bei einem Eingriff belassen beständig wächst. Wenn die Abneigung kleiner Makel aber zu regelrechtem Hass auf den eigenen Körper umschlägt und die Perfektion zur Manie wird, ist es meist nur ein kleiner Schritt zur Diagnose: “Süchtig nach Schönheits-OPs”.

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Lolo Ferrari, süchtig nach Schönheitsoperationen

Lolo Ferrari

Und was passiert, wenn Menschen in ihrem ständigen Drang nach weiteren Operationen nicht Einhalt geboten wird, zeigen die Abbildungen der fünf ultimativen Chirurgie-Freaks Amanda Lepore, Maria Geronazzo, Jocelyn Wildenstein, Nileen Namita und Lolo Ferrari. Wer in der Google-Bildersuche stöbert, wird rasch auf eines der zahlreichen im Internet publizierten Bilder des Grauens stoßen …

Allein die französische Sängerin, Tänzerin und Pornodarstellerin Lolo Ferrari hat es im Zuge ihres kurzen Lebens auf insgesamt 22 Eingriffe gebracht, dabei wuchs Ihr Brustumfang auf 130 cm an. Sie verstarb im Alter von nur 37 Jahren, wobei die genauen Umstände ihres Todes niemals restlos aufgeklärt wurden – gerüchteweise ist sie am Gewicht der gewaltigen Silikonimplantate erstickt.

Die Überzeugung, die Reinkarnation von Nofretete zu sein, hat die Britin Nileen Namita zu einer noch viel abenteuerlicheren Zahl an chirurgischen Eingriffen veranlasst. Über 50 Operationen ließ sie in den letzten zwanzig Jahren über sich ergehen und ist immer noch nicht zufrieden.

Bei diesem Verhalten handelt es sich um ein Charakteristikum für Menschen mit derartigen Obsessionen, wie viele Experten betonen. Bei Dysmorphien, also Störungen der eigenen Körperwahrnehmung, sind Betroffene davon überzeugt, hässlich zu sein, obwohl sie vollkommen normal aussehen. Ein idealisiertes Bild des Körpers wird dann zur fixen Idee und mündet oftmals in einer Schönheitsoperation, die aber zumeist keine Erlösung bringt und so immer mehr Eingriffe nach sich zieht. Oftmals ist eine fundierte Psychotherapie der einzige Weg, Betroffene aus dem Teufelskreis zu befreien.

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