Spanking & Flagellantismus

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Popoklatsch mit uuuhh und aaahhh

Popoklatsch mit uuuhh und aaahhh

Wohl jedem ist das Gefühl bekannt, wenn einem eine drohende Bestrafung bevorsteht. In den meiste Fällen möchte man dieser oftmals schmerzhaften Bestrafung aus dem Weg gehen. Nicht so beim Spanking. Ganz im Gegenteil! Es gibt Menschen die eine Form von Züchtigung brauchen, um eine sexuelle Befriedigung zu erfahren.

Was ist Spanking?

Spanking (englisch) bezeichnet das Schlagen auf das bekleidete oder entblößte Gesäß, mit flacher Hand oder einem geeigneten Gegenstand. Im Englischen stand der Begriff ursprünglich und auch weiterhin für eine Form der Körperstrafe (die an Schulen (USA) und im häuslichen Bereich in der Kindererziehung praktiziert wird), als auch für eine Form von Sexualpraktik.

Im deutschen Sprachraum wird (erotisches-) Spanking, nur für die Bezeichnung der Sexualpraktik genutzt. Spanking gehört zum weiten Feld des BDSM (“Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“).

Erotisches Spanking kann sehr unterschiedlich praktiziert werden. Es geht beim Spanking um das Erleben sexueller Befriedigung durch körperlichen Schmerz. Die Hiebe auf den Allerwertesten können entweder von einem selbst oder von einem anderen (= Top & Bottom) zugefügt werden. Die Palette reicht von zärtlichen Streichel- Klapsen, das gleichzeitige, gegenseitige Kneifen “Sqeezing“ in die Gesäßpacken des Partners, bishin zur schweren Züchtigung mit Fesselung (Bondage). Die Stärke der Schläge richtet sich nach individuellen Vorlieben. So steht der eine mehr auf die zärtliche Variante und der andere braucht es eher härter, sogar in Kombination mit verbalen Beschimpfungen oder auch mit Bondage.

Je nach individueller Vorliebe erfolgt die Züchtigung mit der Hand (“hand spanking“) oder mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Instrumente (z.B.: Rohrstock, Peitsche, Birkenrute, Teppichklopfer, Haarbürste, Gerten, Gürtel/Riemen, Gummischlauch, Paddle oder Martinet). Beim Einsatz diverser Spielzeuge und Instrumenten wird um Vorsicht gebeten.

Obwohl beim Spanking primär und meist ausschließlich auf das Gesäß geschlagen wird, sind Verletzungen und Schädigungen (vor allem im Bereich der Nieren) nicht auszuschließen.

Rollenspiele und Lustschmerz

Sehr oft kann Spanking mit Erziehungsspielen, Rollenspielen und/ oder Ageplay verbunden sein. Die strenge Lehrerin oder Erzieher ist ein Archetyp des Spankings. Die strenge Lehrerin kontrolliert, demütigt ihre Zöglinge und ruft sie mit dem Rohrstock und der Peitsche wieder zur Ordnung. Die strenge Person ist meist asexuell, etwas älter und konservativ gekleidet. Während der Top alle Macht in der Hand hat, verharrt der Bottom unterwürfig und demütig. Das kleinste Vergehen wird gnadenlos mit dem Rohrstock bestraft.

Unter Flagellantismus versteht man das “etwas härtere“ Spanking. Es ist mit dem Spanking verwandt, aber nicht identisch. Vereinfacht gesagt, beim Flagellantismus spielt das Phänomen des Lustschmerz eine noch wesentlichere Rolle als es beim Spanking der Fall ist. Flagellanten bevorzugen Peitschen, Gerten oder Rohrstöcke und begrenzen die Züchtigung nicht nur auf das Gesäß, sondern beziehen auch andere Körperteile, wie z.B.: Rücken, Schenkel, Fußsohlen, mit ein.

Rollen,- und Erziehungsspiele sind eher selten, da der Schmerz und dessen Umwandlung und Wahrnehmung als Lustschmerz im Vordergrund steht.

Entscheidende Basis für erotisches Spanking (und Flagellantismus) ist der Grundsatz der absoluten Sicherheit, Vernunft und gegenseitigen Einverständnis. Diese Grundprinzipien werden seit den 1990er Jahren unter der englischen Bezeichnung SSC (“ Safe, Sane and Consensual) zusammengefasst. Zusätzlich kann zwischen Top und Bottom ein Safeword noch vor dem Spanking vereinbart werden.

Dies gibt den Spankee (=Bottom) die Möglichkeit „in der Rolle“ vergeblich um ein Ende der „Züchtigung“ zu betteln, oder aber auch bei echtem Bedarf das Spiel jederzeit beenden zu können.

Lustvolle Qual?

Während manche die Szene an sich genießen, gibt es Menschen, die den Schmerz lieben und dabei große Lust empfinden. Nicht nur das Rollenspiel, sondern auch die Schmerzen tragen zur körperlichen und seelischen Befreiung beim Spanking bei.

Durch die Schmerzen die beim Schlagen entstehen, setzt der Körper Adrenalin frei. Die Auswirkungen von Adrenalin auf unserem Körper sind enorm. Es kommt zur Steigerung der Herzleistung, Verstärkung der Muskeldurchblutung, Anhebung des Blutzuckerspiegels und Vertiefung der Atmung. Schüttet der Körper Adrenalin aus, dann erscheint die Welt in einem besseren Licht, der Mensch fühlt sich einfach besser. Adrenalin gekoppelt mit der seelischen Kompensation ist der Lohn für das Spanking. Der Reiz des erotischen Spiels liegt aber sicher auch im Gedanken an das Verruchte, das Verbotene und Anrüchige.

Der Fantasie beim Spanking sind keine Grenzen gesetzt. Egal jedoch wie das erotische Spiel letztendlich ausfällt, das Wichtigste an dem ganzen Vergnügen ist das gegenseitige Vertrauen und das Wissen, dass man sich auf seinen Partner verlassen kann.

[nipete]

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